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FußballDeutsche Politiker blicken mit Sorge auf die WM in den USA

Die USA verschärfen die Einreisebestimmungen wenige Monate vor der WM. Die Grünen fordern eine Strategie für reisende Fans. Die Bundesregierung sieht hingegen keinen Handlungsbedarf.Dana Heide 17.01.2026 - 12:34 Uhr Artikel anhören
US-Präsident Donald Trump (l.) und Fifa-Chef Gianni Infantino: Weltmeisterschaft in den USA. Foto: AP

Washington. Nur wenige Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, die in diesem Jahr in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, wachsen die Sorgen über den Ablauf. Hintergrund sind die Bestimmungen für eine Einreise in die USA, die jüngst teilweise restriktiver wurden.

Grünen-Politiker Boris Mijatovic, Mitglied in den Ausschüssen für Auswärtiges und Menschenrechte im Bundestag, spricht von „autoritären Tendenzen in den USA“. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump schränke die Menschenrechte immer mehr ein, sie erschwere die Einreise „systematisch“.

„Die USA präsentieren sich unter Trump in einem Zustand, in dem sie weder die Ausrichtung der WM noch die der Olympischen und Paralympischen Spiele 2028 verdient haben“, sagte Mijatovic dem Handelsblatt. Er forderte die Bundesregierung auf, zu reagieren. „Es braucht eine konsequente Initiative, um zumindest die beschwerdefreie Einreise und den ungefährdeten Aufenthalt aller Fußball-Fans aus allen Ländern sicherzustellen.“

Auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten, ob die Bundesregierung diplomatische Initiativen mit dem Gastgeber und auch mit der Fifa ergreifen werde, um einen Rechtsrahmen zu schaffen, der eine diskriminierungsfreie und reibungslose Einreise aller Fans gewährleistet, wiegelte die Bundesregierung jedoch ab. Einreisebestimmungen würden von souveränen Staaten selbst erlassen, wurde Geza von Geyr, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in einer knappen Antwort zitiert.

Die USA hatten in den vergangenen Monaten mehrere Einreise-Verschärfungen erlassen. Erst Mitte Januar hatte das US-Außenministerium mitgeteilt, die Bearbeitung von Einwanderungsvisa für Antragsteller aus 75 Ländern auszusetzen, darunter Brasilien, Kolumbien, Nepal und mehrere afrikanische Länder. Besuchervisa sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Unsicherheit über Social-Media-Regeln

Allerdings gibt es 20 Länder, aus denen die Regierung seit Januar komplett die Einreise verbietet – auf jeglichen Visaarten. Darunter sind Laos, Somalia, Sudan und Haiti, ein Land, das sich für die diesjährige Fußball-WM der Männer qualifiziert hat.

Deutschland steht auf keiner solcher Listen. Für Verunsicherung hatte allerdings gesorgt, dass US-Grenzbeamte die Profile Einreisender in sozialen Netzwerken durchsuchen können. Beratungsunternehmen wie KPMG raten daher dazu, keine Inhalte zu veröffentlichen oder zu kommentieren, „die sich auf Präsident Trump oder seine Regierung beziehen“.

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Auch andere Politiker haben sich jüngst mit Blick auf die WM in den USA kritisch geäußert. So wies der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Jürgen Hardt bei der „Bild“-Zeitung auf einen möglichen Boykott des Wettbewerbs in den USA hin, sollte Trump in der Grönlandfrage eskalieren. „Eine Turnierabsage käme allenfalls als Ultima Ratio in Betracht, um Präsident Trump in der Grönlandfrage zur Vernunft zu bringen“, sagte Hardt.

In Großbritannien hatten Anfang Januar 23 Abgeordnete verschiedenster Parteien einen Antrag unterzeichnet, der internationale Sportverbände, darunter die Fifa, zum Ausschluss der USA von der Weltmeisterschaft aufruft.

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