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Gaza-KriegNetanjahu gibt sich siegessicher

Ein Luftangriff forderte in Gaza mindestens 90 Tote – und könnte Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln torpedieren. Das scheint Israels Regierungschef nicht zu beirren.Inga Rogg 14.07.2024 - 16:52 Uhr
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu glaubt weiterhin an den Sieg über die Hamas. Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Jerusalem. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist überzeugt, dass durch militärischen Druck die radikalislamistische Hamas die Geiseln freilassen wird. Das sagte er am Samstag nach einem Luftangriff im Gazastreifen, der mindestens 90 Tote und Hunderte Verletzte forderte. Der schwere Angriff nahe der Stadt Khan Yunis galt laut Israels Armee dem Hamas-Militärchef Mohammed Deif und dem Kommandanten der Khan-Yunis-Brigaden Rafa’a Salameh.

Deif ist neben Yahya Sinwar, dem Chef der Hamas in Gaza, für den Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 verantwortlich. Salameh soll bei dem Angriff getötet worden sein, teilte das israelische Militär am Sonntag mit. Weder die Armee noch Netanjahu konnten bislang den Tod von Deif bestätigen. „Aber ich verspreche euch, dass wir die gesamte Hamas-Führung auf die eine oder andere Weise kriegen werden", sagte der Regierungschef bereits zuvor bei einer Pressekonferenz am Samstagabend in Tel Aviv.

Über die vielen zivilen Opfer unter den Palästinensern verlor Netanjahu kein Wort. Laut der israelischen Armee richtete sich der Luftangriff auf ein „offenes Gelände, umgeben von Bäumen, mehreren Gebäuden und Schuppen.“ Allerdings hatte die Armee das Gelände bei Al-Mawasi im Süden des Gazastreifens zur „humanitäre Zone“ erklärt und Tausende Palästinenser hatten dort Zuflucht gesucht.

Videos zeigten, wie Helfer und Überlebende Dutzende von Leichen und Verletzte bargen. Laut den Gesundheitsbehörden in Gaza wurden mindestens 90 Menschen getötet und 300 weitere verletzt.

Experten sind sich einig, dass der Tod des Hamas-Militärchefs Deif nichts an der Haltung der Islamisten in den Verhandlungen über die Geiseln ändern würde. „In mehr als neun Monaten hat der militärische Druck nur zur Tötung von Geiseln und vielen palästinensischen Zivilisten geführt“, schrieb Gershon Baskin, ein ehemaliger Regierungsberater Israels, auf der Plattform X. Baskin war an früheren Verhandlungen mit der Hamas beteiligt.

Zehntausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu

Die Terrororganisation hält noch 120 Geiseln, die sie beim Überfall auf Israel im Herbst 2023 gefangen genommen hatte. Viele von ihnen dürften nicht mehr am Leben sein. Israel und die Hamas verhandeln in von Katar, Ägypten und den USA vermittelten Gesprächen über eine Freilassung der Geiseln und einen Waffenstillstand.

Auch viele Israelis sehen Netanjahus Haltung kritisch. Zehntausende demonstrierten am Samstag in Tel Aviv und anderen Orten und forderten einen Geisel-Deal. Die Hamas dementierte am Sonntag Medienberichte, dass sie einer für Montag geplanten Gesprächsrunde fernbleiben werde. Der schwere Luftangriff könnte aber die Haltung der Hamas in den indirekten Gesprächen verhärten und damit eine Einigung torpedieren.

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Netanjahu beeindruckt das nicht. Der 74-Jährige machte einmal mehr klar, dass er unbeirrt an seinen Kriegszielen festhält: die militärische und politische Vernichtung der Hamas sowie die Rückkehr aller Geiseln. Erst dann werde der Krieg enden, sagte der Regierungschef. „Das ist der totale Sieg, das ist der Sieg, der die israelische Abschreckung wiederherstellt und eine Botschaft an all unsere Feinde sendet, dass der Preis, uns zu schaden, für sie untragbar ist.“

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