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  4. Erster Coronavirus-Fall in Deutschland – Mann in Bayern ist infiziert

GesundheitsministeriumBehörden informieren am Morgen über ersten Coronavirus-Fall in Bayern

Der erkrankte Mann aus der Nähe von München ist isoliert. Die Behörden sehen weiter geringe Infektionsgefahr, Gesundheitsminister Spahn hält Deutschland für „gut vorbereitet“. 28.01.2020 - 06:52 Uhr aktualisiert

München. In Deutschland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mit.

Der Patient befindet sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.“ Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

Bereits am Sonntag hatte es den ersten Verdachtsfall in Berlin gegeben. Dieser bestätigte sich aber nicht.

Das bayerische Gesundheitsministerium und das LGL wollen die Öffentlichkeit am Dienstagvormittag um 10 Uhr bei einer Pressekonferenz informieren. Der Ministeriumssprecher betonte: „Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der „Task Force Infektiologie“ des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet.“

ARCHIV - 26.09.2019, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt ein Pressestatement im Bundestag zu den gesundheitspolitischen Beschlüssen. (zu dpa «Spahn will Jugendliche vor Werbung für Schönheits-OPs schützen») Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Foto: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist von dem Auftreten des Erregers in Deutschland nicht überrascht. „Es war zu erwarten, dass das Virus auch Deutschland erreicht“, erklärt er. Deutschland sei gut vorbereitet, und die Gefahr für die Menschen in Deutschland bleibe nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts gering.

Mittlerweile sind weltweit mehr als 4500 Infektionen mit dem von China ausgehenden Virus 2019-nCoV bestätigt. Die Zahl der Toten in China stieg auf 106.

Das neue Virus stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. China hat im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung drastische Maßnahmen ergriffen: In der Provinz Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt.

Bundesregierung erwägt, Deutsche aus China auszufliegen

China hat im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung drastische Maßnahmen ergriffen: In der Provinz Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt.

Wegen der neuen Lungenkrankheit wollen immer mehr Länder ihre Staatsangehörigen aus den besonders betroffenen Regionen zurückholen, so etwa Großbritannien und Belgien, Japan, Frankreich und die USA. Auch die Bundesregierung erwägt, ausreisewillige Deutsche aus China auszufliegen. Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD).

Bislang gab es in Deutschland lediglich Verdachtsfälle. Einige Bundesländer haben ergänzende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, beispielsweise an Flughäfen. Pandemie- und Umgangspläne sorgten für Klarheit, was im Fall der Fälle an den Flughäfen und an den Kliniken zu tun sei, erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU).

Was passiert bei einem Verdachtsfall in Deutschland?

Auch wenn sich die Fälle im Ausland mehren, ist das Risiko für eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus hierzulande weiterhin gering. Schon ein Verdachtsfall wird an die jeweilige Gesundheitsbehörde gemeldet.

Ein Verdacht auf eine Erkrankung liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vor allem in zwei Fällen vor: Zum einen, wenn ein Mensch eine akute Infektion der unteren Atemwege wie zum Beispiel eine Lungenentzündung hat und bis maximal 14 Tage vor dem Beginn der Erkrankung in einem Risikogebiet – etwa in Wuhan in China – war. Als Verdachtsfall wird auch eingestuft, wenn die Person nur Symptome wie Husten hat, aber in direktem Kontakt mit einem Erkrankten war.

In diesen beiden Fällen soll ein Test auf das Virus veranlasst werden. Lars Schaade vom RKI empfiehlt potenziell Erkrankten, vorher unbedingt beim Arzt oder im Krankenhaus anzurufen. So könnten die Ärzte Vorbereitungen treffen, um die Ansteckungsgefahr für andere Menschen möglichst gering zu halten.

Bei der Untersuchung wird idealerweise jeweils eine Probe aus den unteren und den oberen Atemwegen genommen. Das Virus findet sich beispielsweise im Hustenauswurf.

Die Auswertung des Tests dauert knapp fünf Stunden, dazu kommt noch die Zeit, die der Transport mittels Kurier ins Labor braucht. Bislang gebe es etwa eine Handvoll Labore, die den Test anbieten, sagte Lars Schaade.

Das werde sich aber bald ändern. „Die Labore bereiten sich darauf vor, dass die Zahl der Verdachtsfälle steigt.“ Bisher wurde der Test in Deutschland einige Dutzend Mal durchgeführt - ein positives Ergebnis gab es anders als etwa in Ländern Asiens oder in Frankreich bisher nicht.

Solange nicht klar ist, ob eine als Verdachtsfall eingestufte Person das Virus in sich trägt, empfiehlt das RKI eine Isolierung im Krankenhaus. Der Betroffene wird dann in einem Einzelzimmer untergebracht und das Klinikpersonal muss Schutzkleidung tragen.

Fällt das Testergebnis positiv aus, bleibt die Isolierung bestehen. Zusätzlich müssen dann auch die Menschen für 14 Tage beobachtet werden, mit denen der infektiöse Patient Kontakt hatte. Sie würden dann zunächst namentlich registriert, es werde nach Symptomen gefragt und es würden gegebenenfalls auch Labortests gemacht, erklärt der Berliner Virologe Christian Drosten.

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht, die Symptome können aber mit Medikamenten abgemildert werden. Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome.

Von den in China registrierten Todesfällen gehen die meisten nach derzeitigem Stand auf ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen zurück.

dpa
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