Global Gateway: Wie die EU mit ihrer Anti-China-Strategie in Afrika scheitert
Nairobi. Es sollte Europas große Gegenoffensive zu China sein. Drei Jahre später droht die Investitionsinitiative Global Gateway zu einem Milliardengrab zu werden. Außer Ankündigungen ist bislang wenig passiert. Vor allem in Afrika. Die Kritik ist groß.
„Der Global Gateway fehlt eine langfristige Vision“, schreiben Experten der Friedrich Naumann Stiftung (FNS) in einer neuen Analyse. 300 Milliarden Euro sollen insgesamt investiert werden, 150 Milliarden Euro alleine in Afrika. Mit einer ganzen Reihe von Infrastrukturprojekten wollte Brüssel eine neue Ära in der Beziehung zwischen Europa und seinem südlichen Nachbarkontinent einläuten. Vom Datenkabel, das Europa und Nordafrika verbindet, über Wasserstoff aus Namibia bis zu einem interkonnektiven Stromnetz für Ostafrika.
Finanzieren will die Europäische Union das Projekt mit einer Mischung aus EU-Mitteln, Entwicklungsbudgets der Mitgliedstaaten und Privatinvestitionen. Aber: Es mangelt an Geldern aus der Wirtschaft. Zu langsam, zu unübersichtlich, zu unkoordiniert sei das Projekt, beklagen sowohl europäische wie auch afrikanische Experten und Unternehmer. Es brauche Fokus und ein übergreifendes Management der Projekte, heißt es auch in der FNS-Studie.