Griechenland: Griechischer Finanzminister fordert flexiblere EU-Defizitregeln
Der griechische Minister Hatzidakis sieht sein Land auf einem guten Weg und die jüngste Heraufstufung als Beleg dafür.
Foto: Griechisches FinanzministeriumAthen, Brüssel. Für den griechischen Wirtschafts- und Finanzminister Kostis Hatzidakis ist eine anstrengende Woche gut zu Ende gegangen. Schwierige Beratungen im Haushaltsausschuss des Parlaments über das Budget 2024, ein strapaziöses Treffen der EU-Finanzminister und über allem der Nahostkrieg. Aber zumindest für die griechische Wirtschaft gibt es einen Lichtblick: Am Freitagabend stufte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) Griechenlands Kreditwürdigkeit von BB+ auf BBB- herauf.
S&P verleiht damit als erste der drei großen Agenturen dem Land wieder das Gütesiegel Investmentgrade, das es Anfang 2010 zu Beginn der Staatsschuldenkrise verloren hatte. „Wir sehen in der Heraufstufung einen Vertrauensbeweis, aber vor allem eine Verpflichtung, an unserer umsichtigen Finanz- und Wirtschaftspolitik festzuhalten“, sagte Minister Hatzidakis in Athen im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Mit dem Upgrade geht Griechenland gestärkt in die entscheidende Phase der Beratungen zur Reform des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakts. Die Defizit- und Schuldenregeln wurden in der Pandemie außer Kraft gesetzt, sollen aber 2024 überarbeitet wieder in Kraft treten.