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GrönlandGrönländischer Wahlsieger will kein Amerikaner werden

Trump erklärt wiederholt, Grönland werde „so oder so“ eines Tages zu den USA gehören. Der Sieger der grönländischen Parlamentswahl hat allerdings andere Pläne. 13.03.2025 - 11:04 Uhr Artikel anhören
Chef der sozialliberalen Demokraatit-Partei, Jens-Fredrik Nielsen. Foto: AFP

Nuuk. Der Sieger der grönländischen Parlamentswahl hat den Begehrlichkeiten von US-Präsident Donald Trump auf die größte Insel der Welt eine kalte Dusche verpasst. „Wir wollen keine Amerikaner sein. Nein, wir wollen keine Dänen sein. Wir wollen Grönländer sein, und wir wollen unsere eigene Unabhängigkeit in der Zukunft“, sagte der Chef der sozialliberalen Demokraatit-Partei, Jens-Fredrik Nielsen, dem britischen Sender Sky News. „Und wir wollen unser eigenes Land selbst aufbauen.“

Die Demokraatit tritt für die Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark ein und war bei den Wahlen am Dienstag überraschend stärkste Kraft geworden. Die Partei Naleraq, die sich für einen noch schnelleren Weg in die Unabhängigkeit einsetzt, kam auf den zweiten Platz. Zusammen haben sie die absolute Mehrheit.

Trump hat schon in seiner ersten Amtszeit ein Auge auf die riesige Insel geworfen und nach seinem Wahlsieg im November wiederholt erklärt, Grönland werde „so oder so“ eines Tages zu den USA gehören. Das hat der Insel, die sechsmal so groß wie Deutschland ist, aber weniger Einwohner als Greifswald hat, große internationale Aufmerksamkeit beschert.

Wir wollen keine Amerikaner sein. Nein, wir wollen keine Dänen sein. Wir wollen Grönländer sein, und wir wollen unsere eigene Unabhängigkeit in der Zukunft
Jens-Fredrik Nielsen

Trumps Vorstoß stand jedoch nicht auf dem Wahlzettel. Der Wahlkampf konzentrierte sich eher auf Themen wie Gesundheit und Bildung als auf die Geopolitik. Die Ergebnisse zeigten, dass die etwa 56.000 Grönländer versucht hätten, Trump zu ignorieren und sich auf Themen zu konzentrieren, die ihnen wichtig seien, sagte die Leiterin des Arktis-Programms an der Universität Aalborg, Carina Ren.

„Die Wähler waren in der Lage, all das Drama, all das alarmistische Gerede von außen herunterzuspielen und zu sagen: "Nun, hier geht es um unser tägliches Leben, unsere täglichen Sorgen als Bürger. Wo wollen wir hin, wie wollen wir unsere Gesellschaft von innen heraus entwickeln?"“, sagte sie.

Autonomer Teil Dänemarks

Grönland ist ein autonomer Teil Dänemarks, liegt an strategisch wichtigen Luft- und Seerouten im Nordatlantik und verfügt über reiche Vorkommen an seltenen Erden, die für die Herstellung von Mobiltelefonen und Technologien für erneuerbare Energien benötigt werden. Außerdem beherbergt es einen wichtigen US-Militärstützpunkt.

Vier der fünf Parteien im neuen Parlament treten für eine Unabhängigkeit ein, sind aber uneins über den Weg dorthin. Die 31 Abgeordneten müssen vor allem Prioritäten für Themen wie die Diversifizierung der grönländischen Wirtschaft, den Aufbau der Infrastruktur und die Verbesserung der Gesundheitsversorgung setzen.

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen gratulierte Demokraatit und warnte, dass die neue grönländische Regierung wahrscheinlich mit massivem Druck von Trump rechnen müsse. „Die Zukunft Grönlands hängt davon ab, was die grönländische Bevölkerung und die Regierung wollen“, sagte er am Mittwoch dem dänischen Sender DR.

ap
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