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  4. Streit um die Einreise nach Australien: Bundesgericht entscheidet über Visum des Tennisstars

ImpfstreitBundesgericht soll über Visum für Tennisstar Djokovic entscheiden

Die Causa Djokovic geht in die nächste Runde. Nachdem Australiens Regierung sein Visum für ungültig erklärt hatte, nimmt sich nun das Bundesgericht der Sache an. 14.01.2022 - 09:35 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ob Djokovic gegen die Entscheidung vom Freitag Rechtsmittel einlegen wird und womöglich trotzdem an den Australian Open teilnehmen kann, war zunächst unklar.

Foto: dpa

Melbourne. Im Streit um ein Visum für den serbischen Tennisprofis Novak Djokovic soll nun das zuständige australische Bundesgericht entscheiden. Das erklärte der Richter Anthony Kelly bei einer Anhörung am Freitag. Zuvor hatten die Anwälte des Sportlers Einspruch gegen die erneute Annullierung seines Visums eingereicht.

Vorerst darf Djokovic demnach nicht abgeschoben werden. Für den Weltranglistenersten ist zudem am Samstag eine Anhörung bei der Einwanderungsbehörde anberaumt. Darauf folgt eine erste Anhörung vor dem Bundesgericht, im Anschluss darf Djokovic mit seinen Anwälten beraten. Bis dahin muss er nicht in Abschiebehaft. Eine Entscheidung wird nach einer weiteren Anhörung am Sonntag erwartet.

Am Freitag hatte der australische Einwanderungsminister Alex Hawke das Visum des Tennisprofis in einer persönlichen Entscheidung für ungültig erklärt. Dies sei gut begründet und „im öffentlichen Interesse“, teilte er mit.

Eine Teilnahme des Weltranglisten-Ersten an den Montag beginnenden Australian Open war damit unwahrscheinlich geworden. Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat.

Der australische Regierungschef Scott Morrison hat die Entscheidung zur Annullierung des Visums begrüßt. „Diese Pandemie war für jeden Australier unglaublich schwierig, aber wir haben zusammengehalten und Leben und Existenzen gerettet. Gemeinsam haben wir eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten, die stärkste Wirtschaft und die höchsten Impfraten der Welt erreicht“, teilte Morrison in einer Stellungnahme am Freitag mit und betonte: „Die Australier haben während dieser Pandemie viele Opfer gebracht, und sie erwarten zu Recht, dass das Ergebnis dieser Opfer geschützt wird.“

Djokovic in der Turniervorbereitung

Bereits bei der Ankunft in der vergangenen Woche hatten die Behörden Djokovic die Einreise verweigert und die vorgelegten Dokumente für seine medizinische Ausnahmegenehmigung als unzureichend eingestuft. Weil ihm dabei aber nicht genug Zeit zum Reagieren zugestanden wurde, kippte ein Richter das Einreiseverbot im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag.

Djokovic trainierte seither ganz normal und bereitete sich auf die Australian Open vor. Dort ist er Titelverteidiger, am Donnerstag war ihm der Serbe Miomir Kecmanovic als Gegner für die erste Runde zugelost worden.

Dem 34-Jährigen war in der vergangenen Woche am Flughafen in Melbourne die Einreise nach Australien verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Weil die Grenzbeamten ihm allerdings nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung vor Gericht gekippt

Die australische Regierung hatte angekündigt, weitere Schritte in Betracht zu ziehen, um Djokovic das Visum zu entziehen. Der Fall wurde auch für die Politik des Landes zu einer heftigen Belastungsprobe, nachdem Australien viele Monate in harten Lockdowns verbrachte und auch viele Bürger des Landes wegen der scharfen Regeln lange Zeit nicht in ihre Heimat einreisen durften.

Auf Grund von „öffentlichem Interesse“ hat der australische Einwanderungsminister Hawke sein ministerielles Recht genutzt, um dem serbischen Tennisstar das Visum zu entziehen. Diesem steht nun ein Gespräch bei der Einwanderungsbehörde bevor.

Am Mittwoch bestritt Djokovic absichtliche Falschangaben und die Gefährdung anderer Menschen, räumte aber Fehler im Umgang mit seinem positiven Testergebnis ein. Via Instagram wehrte er sich vor allem gegen zwei Vorwürfe: Weder habe er absichtlich eine falsche Angabe gemacht zu seinem Reiseverhalten in den 14 Tagen vor dem Flug ins Gastgeberland der Australian Open, noch habe er im Wissen seines positiven Coronatests im Dezember eine Veranstaltung mit Kindern besucht und sich dort ohne Maske bewegt.

Djokovic bezeichnete die „Fehlinformationen“, die korrigiert werden müssten, als „verletzend und beunruhigend für meine Familie“. Er räumte aber ein, dass er bei einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L'Equipe“ am 18. Dezember bereits von seinem positiven Testergebnis wusste und den Termin dennoch nicht abgesagt habe. „Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen“, schrieb er.

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Dass in seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben wurde, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist, bezeichnete Djokovic in seiner Ausführung als „menschlichen Fehler“ seiner Agentin, „der sicher nicht absichtlich“ geschehen sei.

dpa
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