Internationale Finanzpolitik: „Das ist nicht mehr mein IWF“ – Streit um Zukunft des Währungsfonds spitzt sich zu
Einige Mitarbeiter meinen, Georgiewa widme sich zu häufig Themen, die nicht zur Kernkompetenz des IWF gehören.
Foto: dpaBerlin. Zum Auftakt der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) diese Woche sendete IWF-Chefin Kristalina Georgiewa eine Botschaft in die Welt, die ihr besonders am Herzen liegt. „Wenn wir die Wirtschaft wieder auf Kurs bringen wollen, müssen wir die richtigen Investitionen tätigen“, sagte die 68-Jährige. Dazu zählten insbesondere mehr Investitionen in die Bildung von Mädchen.
Auch wenn dieses Ziel unstrittig ist: Dass es vom IWF ausgegeben wurde, kam nicht überall gut an. Etliche Mitarbeiter und Top-Ökonomen sehen es so, als beschäftige sich der Fonds gefühlt nur noch mit Themen, die nicht zur Kernkompetenz der Washingtoner Weltfinanzaufsicht gehören.
Eigentlich war der IWF gegründet worden, um die Vergabe von Krediten an notleidende Länder zu garantieren, die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik und die Ausweitung des Welthandels zu organisieren. Alles klassische, harte Themen der Wirtschaftspolitik. Für Entwicklungspolitik ist im internationalen Finanzgefüge dagegen die Weltbank zuständig. Nun aber, fürchten Kritiker, vermischt Georgiewa die Aufgaben beider Institutionen bis zur Unkenntlichkeit.