Kaschmir-Konflikt: Indien wirft Pakistan Bruch von Feuerpause vor
Neu-Delhi. Die von Indien und Pakistan am Samstag vereinbarte Feuerpause ist nach indischen Angaben nur wenige Stunden später gebrochen worden. Der indische Außenminister Vikram Misri beschuldigte Pakistan, sich nicht an die Vereinbarung zu halten.
Die indischen Streitkräfte reagierten darauf und hätten die Anweisung erhalten, „hart“ dagegen vorzugehen, erklärte Misri. Nach Angaben eines pakistanischen, für die umstrittene Region Kaschmir zuständigen Ministers kam es im Grenzgebiet beider Atommächte ungeachtet der vereinbarten Feuerpause weiter zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Allerdings erklärte der pakistanische Informationsminister, es habe keine Verletzungen der Feuerpause gegeben.
Indien und Pakistan hatten sich nach vier Tagen wechselseitiger Luftangriffe auf eine Feuerpause verständigt. Man habe ein umfassendes und nicht nur ein teilweises Ende der Kämpfe vereinbart, sagte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar.
US-Präsident Donald Trump hatte als erster den Durchbruch bei den Verhandlungen vermeldet. Das indische Außenministerium erklärte, die militärischen Leiter Pakistans und Indiens hätten sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Geplant sei, dass die beiden Spitzenmilitärs am 12. Mai erneut miteinander sprechen sollten.
Unterdessen äußerte sich der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif zuversichtlich über die Möglichkeit einer Lösung des Konflikts mit dem Nachbarland Indien. Er glaube, dass der Streit um Wasserrechte, um die Kaschmir-Region und um alle anderen kontroversen Themen beigelegt werden könne, erklärt Sharif.
Die Ursprünge des nun wieder aufflammenden Konflikts reichen bis in die Kolonialzeit zurück. 1947 entließen die Briten den indischen Subkontinent in die Unabhängigkeit und teilten diesen auf. Aus der Teilung entstand neben dem überwiegend hinduistischen Indien der neue Staat Pakistan für Muslime. Die gewaltvoll verlaufene Teilung nährt bis heute eine erbitterte Rivalität. Seit ihrer Unabhängigkeit führten beide Länder drei Kriege gegeneinander, zwei davon um Kaschmir.