Konjunktur: US-Wirtschaft wächst deutlich stärker – Bremseffekt kehrt sich um
Düsseldorf. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal unerwartet stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg auf das Jahr hochgerechnet um drei Prozent. Dies geht aus der ersten Schätzung des US-Handelsministeriums hervor.
Ökonomen hatten im Vorfeld einen BIP-Anstieg von nur 2,4 Prozent, auf das Jahr gerechnet, erwartet. Von Januar bis März hatte es sogar noch ein Minus von 0,5 Prozent gegeben.
Viele Importeure hatten die Zeit vor dem von US-Präsident Donald Trump im April ausgelösten Zollstreit mit vielen wichtigen Handelspartnern genutzt, um Waren in die Vereinigten Staaten einzuführen. So versuchten sie, steigenden Preisen für ausländische Waren infolge höherer Zölle zuvorzukommen.
Die großen Indizes an der Wall Street reagieren kaum auf die Entwicklungen. Der US-Leitindex S&P 500, der in den vergangenen Tagen eine Rally hingelegt hatte, als auch der breiter gestreute Dow Jones sowie der technologielastige Nasdaq liegen nach Handelsbeginn unverändert. Der deutsche Leitindex Dax reagierte ebenfalls kaum auf die Daten.
Daten zum US-BIP werden annualisiert gemeldet. Die Statistikerinnen und Statistiker berechnen, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, hielte das Wachstum in einem Quartal für ein ganzes Jahr an. Um die Werte annähernd mit den europäischen Quartalszahlen vergleichbar zu machen, wird die US-Rate durch vier geteilt.