Naher Osten: Zwiespältige Reaktionen auf Geiseldeal – Jubel in Gaza, Wut in Israel
Tel Aviv. Das Abkommen über eine Waffenruhe in Gaza war noch nicht offiziell verkündet, da strömten die Menschen am Mittwochabend dort schon zum Feiern auf die Straßen. Videos aus dem umkämpften Küstenstreifen zeigen Hunderte Männer, jung und alt, die sich im Freien drängen, jubelnd, klatschend, pfeifend.
Einige rufen „Allahu Akbar“, „Gott ist der Größte“, manche schwenken die grüne Flagge der Hamas. Deren Kämpfer inszenieren sich nun als Sieger: Videos zeigen vermummte Männer mit dem grünen Stirnband der Hamas, die in Pick-up-Trucks durch die jubelnden Mengen fahren und mit Maschinenpistolen in die Luft schießen.
In Israel dagegen ist von Feierstimmung keine Spur. Auf dem Platz vor dem Tel Aviver Kunstmuseum, den Angehörige der Entführten nach dem Terrorangriff des 7. Oktobers zum „Platz der Geiseln“ umfunktioniert haben, mit Fotos, Bannern und wechselnden Aktionen, blieb es am Mittwochabend ruhig.
Anderswo dagegen heizte sich die Stimmung zwar auf – allerdings aus Wut: In Jerusalem und anderen Orten im Land kam es zu kleineren, aber leidenschaftlichen Protesten gegen das Abkommen.