Pandemie: Appelle reichen nicht: Schweden korrigiert seine Corona-Strategie
Die schwedische Gesundheitsministerin informierte über die geplanten Maßnahmen.
Foto: imago images/TTStockholm. Es kommt nicht alle Tage vor, dass der sonst oft so selbstsicher wirkende oberste schwedische Pandemiewächter fast demütig wirkt. Anders Tegnell, offizieller Titel „Staatsepidemiologe“, leitete diese Woche einen vorsichtigen Strategiewechsel des Landes bei der Pandemiebekämpfung ein.
Die hohen Infektionszahlen in vielen Ländern seien „ein Warnsignal“ und sehr beunruhigend. „Deshalb und weil wir auch einen gewissen Anstieg der Infektionszahlen in Schweden sehen, wollen wir einige Maßnahmen ergreifen“, erklärte er.
Erstmals seit Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 wird Schweden ab dem 1. Dezember einen Corona-Pass einführen. Nur wer doppelt geimpft ist, kann Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Personen besuchen. Davon sind vor allem Sportevents, Konzerte, Kinos und Theater betroffen.
Für Veranstalter und Betreiber, die keine Impfpasskontrolle einführen wollen, werden derzeit andere Maßnahmen ausgearbeitet. Dazu zählen Abstandsregeln und die Begrenzung der Besucheranzahl.
Und Tegnell warnt bereits vor weiteren Maßnahmen. „Wenn die Infektionsrate bei uns weiter steigen sollte, wird der digitale Impfpass allein nicht reichen.“ Deshalb wird schon an einem Plan B für den Fall deutlich steigender Infektionszahlen gearbeitet.