Parlamentswahl: In der Slowakei feiert der Ukraine-Gegner Fico seinen Wahlsieg
Dem umstrittenen Ex-Regierungschef Robert Fico ist das Comeback gelungen.
Foto: ReutersWien. Frühmorgens stimmte die Führungsriege der Partei Smer auf dem Balkon ihrer Zentrale das Siegeslied an. „Wir haben gewonnen, so macht man das, verdammte Scheiße“, skandierten die Politiker und Unterstützer frei übersetzt. In dem nicht jugendfreien Triumphgesang entlud sich die Anspannung einer langen Wahlnacht, zu deren Beginn Nachwahlumfragen noch einen Überraschungssieg der liberalen Rivalin Progressive Slowakei (PS) vorausgesagt hatten.
Am Ende gewann die postsozialistische Smer aber wie erwartet: Mit knapp 23 Prozent lag sie fünf Prozentpunkte vor der PS. Dahinter folgt die Partei Hlas mit 14,7 Prozent. Der ehemalige Regierungschef Igor Matovic, 2020 noch strahlender Wahlsieger, stürzte auf unter neun Prozent ab. Hinter ihm ziehen eine katholisch-konservative, eine wirtschaftsliberale und eine faschistische Partei ins Parlament ein.
Mann der Stunde ist allerdings Robert Fico, der zehn Jahre lang Ministerpräsident war, bevor er 2018 zurücktreten musste, scheinbar völlig diskreditiert. Zuvor war der Journalist Jan Kuciak von Killern zusammen mit seiner Verlobten exekutiert worden. Die Auftraggeber pflegten Beziehungen bis in die höchsten Kreise der Smer-Regierung, die ein weitverzweigtes Klientelsystem kontrollierte.