Putins Russland: Wie die Macht des Kremlchefs trotz Prigoschins Tod erodiert
Der russische Präsident, hier vor einem Kriegerdenkmal in der Stadt Kursk, muss sich Sorgen um seine Machtbasis machen.
Foto: ddp/TASSBerlin, London. Gegenspieler von Russlands Präsident Wladimir Putin leben gefährlich. Oppositionspolitiker wie Alexej Nawalny oder Ex-Geheimdienstleute wie Alexander Litwinenko wurden vergiftet – oder sie starben wie Lukoil-Chef Rawil Maganow nach dem Sturz aus einem Fenster.
Putin ließ eine Beteiligung an den Taten zwar dementieren, aber in einigen Fällen führte die Spur direkt zum russischen Geheimdienst FSB und zu ihm selbst. „Keine Tötung wird ohne Zustimmung von Putin in Auftrag gegeben“, berichtet ein langjähriger Geheimdienstmitarbeiter.
Nun hat es wohl auch Jewgeni Prigoschin erwischt, den Chef der Söldnergruppe Wagner. Er soll sich an Bord eines Privatflugzeugs befunden haben, das am Mittwoch nahe Moskau explodiert ist. Am Sonntag bestätigten russische Behörden offiziell den Tod Prigoschins. Nach Identifizierung aller zehn Opfer des Flugzeugabsturzes stehe fest, dass Prigoschin dazu gehöre, teilte das Ermittlungskomitee mit. Das hätten DNA-Tests ergeben.
Putin dementierte am Freitag erneut, mit dem Unglück etwas zu tun zu haben. Doch nach einhelliger Meinung von Experten gibt es kaum noch Zweifel, dass der Kremlchef persönlich die Tötung von Prigoschin angeordnet hat.