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  4. Abitur: Uni-Eingangsprüfung als Alternative in Corona-Zeiten

SchulabschlussStatt Corona-Notabitur könnten Uni-Eingangsprüfungen zählen

Eigentlich soll das Abitur auch im Corona-Jahr stattfinden. Doch es gibt Zweifel – und eine mögliche Alternative: Aufnahmetests an den Hochschulen. Barbara Gillmann 12.04.2020 - 09:19 Uhr

Noch ist nicht abzusehen, wann und ob Präsenzunterricht stattfindet – und unter welchen Bedingungen dann die Abiturprüfungen stattfinden.

Foto: dpa

Berlin. Ende März drohte dem Abitur des Jahres 2020 der Ausfall  - als erstes Land wollte Schleswig-Holstein die Reifeprüfung schlicht absagen. In einem seltenen und blitzschnellen Kraftakt entschied die Kultusministerkonferenz jedoch: Das Abitur findet statt. Überall. Trotz Corona. 

Ob das tatsächlich klappt, ist allerdings unklar. Schwächt sich die Pandemie nicht ab oder verschärft sich sogar wieder, könnten die Prüfungen doch noch abgesagt werden. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat bereits angekündigt, man könne die Noten notfalls auch ohne Prüfung vergeben – auf Basis der Leistungen in den beiden letzten Kursen. In Berlin protestieren die Schüler derzeit gegen einen Vollzug des Abiturs in der Coronakrise, „bombardieren“ ihre Kultusministerin mit Protestbriefen. 

Die Kultusminister haben zwar versprochen, das Abitur 2020 auf jeden Fall gegenseitig anzuerkennen. Doch dass die Vergleichbarkeit (noch) geringer sein wird als in den Vorjahren, steht bereits fest. Nicht nur weil die Länder aufgrund der verschobenen Termine wohl kaum Aufgaben aus dem gemeinsamen Pool verwenden werden. Teilweise werden, etwa in Bremen, sogar zwei Termine zur Auswahl gestellt. Die Bedingungen differieren also stark

So rückt ein Instrument in den Fokus, das bisher in Deutschland vermeintlich kaum eine Rolle spielt: Die Eingangsprüfung der Hochschulen selbst, die in manchen Staaten, etwa in den USA, selbstverständlich ist. Bildungsexperten diskutieren, ob dies auch eine Möglichkeit für Corona-Deutschland wäre. 

Eingangstests mit geringeren Notenschwankungen

Nach einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) nutzt schon heute jeder fünfte Fachbereich Eignungs- oder Auswahltests für die Vergabe von Studienplätzen. Erlaubt ist das seit vielen Jahren. An Kunst- oder Musikhochschulen sind solche Aufnahmeverfahren üblich, auch Sport kann man nicht studieren, ohne einen Check zu bestehen. 

Mit Auswahltests werden knappe Studienplätze vergeben. Prominentestes Beispiel ist das Prüfverfahren für medizinische Studiengänge, das mittlerweile von nahezu allen medizinischen Fakultäten berücksichtigt wird.

Bei den übrigen Fächern sind Auswahltests eher selten. Am häufigsten kommen sie bei Architekten vor, verbreitet sind sie auch bei Anglisten/Amerikanisten, in der Betriebswirtschaftslehre und der Sozialen Arbeit. Die Hochschulen haben also durchaus schon Erfahrung und Strukturen für Tests. 

Und während die durchschnittlichen Abiturnoten je nach Bundesland stark schwanken - im Schnitt um bis zu einer halben Note - haben Eingangstests einen entscheidenden Vorteil – die größere Gerechtigkeit:  „Eignungstests bieten die von vielen gewünschte bundesweite Vergleichbarkeit über Wissen und Kompetenzen von Bewerbern“, sagt CHE-Experte Cort-Denis Hachmeister. 

Andererseits sind sie für die Hochschulen zeitlich und finanziell aufwendig und binden viel Personal. Und sind somit „kaum flächendeckend in allen Fächern durchführbar“, meint Hachmeister.  Auch stellen solche Verfahren - anders als die Abiturnote - nur eine Art Stichprobe dar und seien dadurch auch nicht aussagekräftiger als die Abiturnote, gibt er zu bedenken. Hochschullehrer und Rektoren weisen ohnehin gerne darauf hin, dass die Abiturnote das beste Prognosemittel  für den Studienerfolg ist. Sofern es denn eine gibt.

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