Telegram: Pawel Durow aus U-Haft entlassen – Anklage könnte noch folgen
Paris. Telegram-Gründer Pawel Durow ist nach seiner Festnahme in Frankreich und dem Verhör durch einen Ermittlungsrichter unter Auflagen wieder frei gekommen. Gegen Durow sei ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der unzureichenden Kooperation mit Behörden bei Kriminalitätsermittlungen und Beihilfe zu Straftaten eingeleitet worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Abend mit.
Durow sei gegen Zahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt worden, müsse jedoch unter Aufsicht der Justizbehörden bleiben und dürfe Frankreich nicht verlassen. Eine Stellungnahme von Durow lag zunächst nicht vor.
In russischen Oppositionskreisen, für die Telegram angesichts der von Moskau vielfach blockierten Internetseiten eine wichtige Kommunikationsplattform ist, löste die Freilassung des 39-Jährigen auf Kaution und unter Auflagen Erleichterung aus.
Die russische Führung wiederum, die Telegram ebenfalls intensiv für die Staatspropaganda nutzt, äußerte die Hoffnung, dass das Verfahren gegen den Telegram-Chef nicht in eine politische Verfolgung ausarte. „Wir wissen, dass der französische Präsident jede Verbindung zur Politik bestritten hat, aber auf der anderen Seite werden bestimmte Anschuldigungen erhoben. Wir werden sehen, was als Nächstes passiert“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Auch russische Militärblogger und das Militär selbst nutzen den Messenger für ihre Kommunikation – teilweise sogar an der Front.