Trump-Dynastie: Eric Trump schließt eigene politische Karriere nicht aus
Düsseldorf. Eric Trump, zweitältester Sohn von US-Präsident Donald Trump, schließt eine eigene politische Karriere – und damit eine mögliche Präsidentschaftskandidatur – nicht aus. „Ich glaube, ich könnte das machen“, sagte der 41-Jährige mit Blick auf ein mögliches öffentliches Amt der britischen Finanzzeitung „Financial Times“ (FT).
Auch eine Kandidatur anderer Familienmitglieder schließt er dem Bericht zufolge nicht aus. Die Hälfte der Politiker, die er erleben würde, würden ihn nicht beeindrucken. „Ich könnte das sehr effektiv machen“, sagte er der FT.
Eigentlich gelten US-Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio als Favoriten für die Nominierung der Republikaner für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2028. Allerdings antwortete Eric Trump auf die Frage, ob ein Familienmitglied 2028 oder späteren Wahlen kandidieren würde, mit „Wer weiß?“. Der Weg für eine Politiker-Dynastie der Trumps sei einfach.
Eric Trump weist Kritik an Familie zurück
Zugleich betonte er, dass eine solche Entscheidung mit erheblichen persönlichen Belastungen für die Familie verbunden wäre. Die Kinder des US-Präsidenten waren bereits während der ersten Präsidentschaft ihres Vaters immer wieder im Fokus politischer und medialer Kritik.
Außerdem sagen Kritiker, dass die zweite Amtszeit des US-Präsidenten bisher durch dessen geschäftliche Interessen beeinflusst ist. Laut Eric Trump ist aber eher das Gegenteil der Fall: Die juristischen und politischen Auseinandersetzungen hätten die Familie bereits Hunderte Millionen Dollar gekostet. „Wir haben fast 500 Millionen Dollar verloren – durch Prozesse, Urteile, Strafen, Anwaltskosten und entgangene Geschäftsmöglichkeiten“, sagte er der FT. „Wenn es eine Familie gibt, die nicht von der Politik profitiert hat, dann ist es die Familie Trump“, behauptete Eric Trump.
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Der 41-Jährige gilt als weniger politisch aktiv als seine älteren Geschwister. Er betreut seit der ersten Amtszeit seines Vaters – im Jahr 2017 – das Familienunternehmen. Sein Vermögen wird laut FT-Bericht auf acht bis zwölf Milliarden Dollar geschätzt.
Trump Jr. deutete bereits eigenes Interesse an Präsidentschaft an
Donald Trump Jr., Eric Trumps älterer Bruder, deutete in der Vergangenheit bereits eigenes Interesse an einer zukünftigen Kandidatur für das Weiße Haus an. Darüber berichtete etwa „Politico“. „Vielleicht ist diese Berufung eines Tages da“, sagte Trump Jr. demnach Ende Mai. „Ich glaube, mein Vater hat die Republikanische Partei wirklich verändert.“
Trump Jr. ist eine entscheidende Figur der „Make America great again“ (MAGA)-Bewegung und sammelt regelmäßig Spenden für diese. Außerdem ist er auch Vize-Präsident der Trump Organisation.
Donald Trump, der Loyalität sehr schätzt, verlässt sich seit langem auf Familienmitglieder, wenn es um politische Ratschläge geht. Don Jr., wie der älteste Sohn des Präsidenten genannt wird, hat Kabinettskandidaten verhindert oder gefördert. Don Jr. habe etwa Vize-Präsident J.D. Vance unterstützt oder die Aufnahme des ehemaligen Außenministers Mike Pompeo ins Kabinett verhindert, so berichtete Reuters aus dem engeren Umkreis von Trump.
Immer wieder verteidigte der älteste Sohn des US-Präsidenten die Politik seines Vaters. Im März dementierte Trump Jr. allerdings noch Berichte, denen zufolge er erwäge, 2028 für das Präsidentenamt zu kandidieren.
Auch Trumps Tochter Ivanka Trump engagierte sich in der Vergangenheit in der Politik. Sie stand insbesondere während der ersten Amtszeit ihres Vaters beratend im Weißen Haus zur Verfügung.
Lara Trump, Trumps Schwiegertochter und Eric Trumps Frau, wurde im vergangenen Jahr zur Co-Vorsitzenden der republikanischen Partei gewählt. Diesen Posten legte sie allerdings nach kurzer Zeit nieder.
Trump kokettierte mit dritter Amtszeit
Trump selbst kokettierte in der Vergangenheit mit einer dritten Amtszeit. Diese sieht die US-Verfassung allerdings nicht vor – ihr zufolge darf niemand mehr als zweimal zum US-Präsidenten gewählt werden. „Es gibt Wege, das zu tun“, sagte Trump in einem Telefoninterview mit dem US-Sender NBC News aus seinem Privatclub Mar-a-Lago im März. Das Handelsblatt berichtete darüber.
Allerdings relativierte Trump kurze Zeit später seine Aussagen wieder. Viele Menschen wollten zwar, dass er noch mal antrete. „Aber soweit ich weiß, ist das nicht erlaubt“, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender. Der offizielle Trump-Onlineshop verkauft jedoch weiterhin zahlreiche Werbeartikel mit der Aufschrift „Trump 2028“.
Möglichkeiten, ohne eigene Präsidentschaft weiter in der Politik mitzumischen, ließ sich der US-Präsident dennoch offen. Eine dieser ist etwa, dass Vance für den Spitzenjob kandidiert und Trump im Hintergrund die Macht ausübt.