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Trump-Kabinett77 Nobelpreisträger warnen vor Kennedy Jr. als Gesundheitsminister

Eine Personalie von Donald Trump sorgt besonders für Aufsehen: 77 Nobelpreisträger haben nun einen offenen Brief verfasst und warnen davor, Robert F. Kennedy Jr. zum Gesundheitsminister zu ernennen. 10.12.2024 - 10:11 Uhr Artikel anhören
Robert F. Kennedy Jr. und der designierte US-Präsident Donald Trump begrüßen sich bei einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: REUTERS

Düsseldorf. Nach seinem Wahlsieg hat der designierte US-Präsident Donald Trump eine Reihe von Personalien verkündet. Eine davon ist Robert F. Kennedy Jr., der unter Trump als Präsident die Leitung des Gesundheitsministerium (DHHS) übernehmen soll – eine Entscheidung, die bei 77 Nobelpreisträgern auf heftigen Widerstand stößt.

Die Wissenschaftler haben einen Brief an den Senat verfasst. Ihr Anliegen: Die Senatoren sollen Kennedy Jr. nicht in seinem Amt bestätigen.

Der Brief, der der New York Times vorliegt, markiert ein seltenes Vorgehen der Wissenschaftselite in politische Angelegenheiten, erklärte Richard Roberts. Er hat 1993 den Nobelpreis für Medizin gewonnen. Ihm zufolge würde mit Kennedy Jr. ein überzeugter Kritiker der Schulmedizin das Amt antreten. Der Kandidat sei den Wissenschaftlern und seinen designierten Behörden feindlich gesinnt, so Roberts gegenüber der New York Times. „Die Angriffe auf die Wissenschaft sind alarmierend. Wir müssen handeln, um sie zu schützen“, betonte er.

Zudem zweifeln die Wissenschaftler Kennedys Kompetenz an, das Ministerium zu leiten. Er würde über keinerlei Referenzen in den Bereichen Medizin, Wissenschaft oder Verwaltung verfügen.

Anhänger von Verschwörungstheorien

Den Verfassern des Briefes bereitet insbesondere Kennedys Hang zu Verschwörungserzählungen Sorge. So verbreitet Kennedy Jr. die Erzählung, Impfstoffe verursachten Autismus. Er ist auch Anhänger der Behauptung, wonach das Coronavirus gezielt entwickelt worden sein soll, um bestimmte ethnische Gruppen zu schädigen.

Von Trump wurde er unter anderem damit beauftragt, die angebliche Verbindung zwischen Impfungen und Autismus zu untersuchen.

Im Brief prangern die Nobelpreisträger auch Kennedys feindselige Haltung gegenüber den Gesundheitsbehörden an. Er habe angedroht, deren Mitarbeiter zu entlassen und behauptet, Impfstoffwissenschaftler gehörten ins Gefängnis. „Der Leiter des DHHS sollte diese wichtigen und hoch angesehenen Institutionen und ihre Mitarbeiter weiterhin fördern und verbessern – und nicht bedrohen“, betonten die Wissenschaftler in ihrem Brief.

Trump-Team weist Kritik zurück

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Das Übergangsteam von Donald Trump wies die Kritik am Montag zurück. „Die Amerikaner sind es leid, sich von Eliten Vorschriften machen zu lassen“, erklärte eine Sprecherin. Kennedy werde die Gesundheitsagenda des Präsidenten umsetzen und „Amerikas Gesundheitssystem wiederherstellen“.

Robert F. Kennedy Jr., Neffe des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, trat ursprünglich als unabhängiger Kandidat in den US-Wahlkampf 2024 ein. Jahrelang war er als Demokrat bekannt, entfremdete sich aber zunehmend von der Partei und schloss sich schließlich der republikanischen Partei an.

moe
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