Türkei: Erdogan will billiges Erdgas aus Russland – und bittet Putin um 25 Prozent Rabatt
Der türkische Präsident (l.) und der Kremlchef tauschen sich regelmäßig aus – hier im Oktober dieses Jahres in Kasachstan.
Foto: APDie Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt, dass das Treffen zu diesem Thema bereits an diesem Freitag stattfinden werde. Demnach wolle die türkische Regierung auch für bereits bezahlte Gasimporte aus diesem Herbst einen nachträglichen Rabatt erwirken.
Die Chancen stehen gut. Erstens wäre billige Energie ein gutes Heilmittel für die schwächelnde Volkswirtschaft des Landes. Zweitens hat der Kreml seinerseits ein Interesse daran, dass die Regierung Erdogan nicht frühzeitig untergeht.
Die Regierung in Ankara kämpft mit den wirtschaftlichen Folgen des Ukrainekrieges sowie mit einer lockeren Wirtschaftspolitik, die von Staatschef Erdogan erwünscht ist. Die Inflation liegt bei 84 Prozent, und die Zentralbank muss die Lira stützen.
Außerdem ist das Land von Rohstoff-Importen abhängig. In diesem Jahr könnte die Energierechnung des Landes erstmals 100 Milliarden US-Dollar übersteigen, hatte Staatschef Erdogan kürzlich erklärt. Das wäre rund ein Achtel des türkischen Bruttoinlandsprodukts. Die Hälfte kommt durch Gasimporte zustande, wovon die Türkei wiederum knapp die Hälfte aus Russland importiert.