Ukraine-Konferenz in Riad: Friedensstifter mit doppelter Strategie: So will der saudische Kronprinz seinen Einfluss steigern
Der saudische Kronprinz will sich auf der Bühne der internationalen Diplomatie profilieren.
Foto: via REUTERSTel Aviv. Um den Krieg mit Russland zu beenden, muss die Ukraine auch Länder des globalen Südens für sich gewinnen. Unterstützung bekommt Kiew dabei aus Saudi-Arabien. Kronprinz Mohammed bin Salman hatte am Wochenende zu einem zweitägigen Treffen in die saudi-arabische Küstenstadt Dschidda geladen, auf der nach einer friedlichen Lösung für den Ukrainekrieg gesucht wurde.
Doch bin Salman verfolgt mit der Konferenz auch andere Ziele: Der Kronprinz wolle Saudi-Arabien „zu einem wichtigen Friedensstifter entwickeln, nicht nur im Nahen Osten, sondern auch auf der globalen Bühne“, sagte der iranisch-amerikanische Politologe Majid Rafizadeh.
Bin Salman engagiere sich im Ukrainekrieg, weil er „internationalen Respekt sucht“, sagte Shaul Yanai, der bis vor Kurzem an der Hebräischen Universität in Tel Aviv Professor für die Golfregion war. Zudem wolle er sich als Anführer des globalen Südens etablieren.
Die Erwartungen an die Dschidda-Konferenz waren zwar von Anfang an nicht hoch, zumal Vertreter Russlands fehlten und weiterhin in der Ukraine gekämpft wird. Auch eine gemeinsame Erklärung ist nicht geplant. Aber bin Salman will einen Plan für weitere Gespräche mit Arbeitsgruppen vorlegen, um Themen wie globale Ernährungssicherheit, nukleare Sicherheit und Gefangenenfreilassungen zu erörtern.