Ukraine-Krieg: „Die Achillesferse des Regimes sind Putins Abhängigkeiten“
Wladimir Putin hat in den vergangenen Jahrzehnten das politische System Russlands um seine Person herum strukturiert.
Foto: dpaBerlin. Es waren ungewohnt radikale Worte, zumindest für den deutschen Teil des Publikums, die der russische Ex-Oligarch und Oppositionelle Michail Chodorkowski in Berlin von sich gab: „Menschen, die in Demokratien leben, glauben, für einen Regimewechsel in Russland reiche es aus, dass nur genug Leute auf die Straße gehen. Lösen Sie sich von diesem naiven Gedanken!“
Vielmehr sei ein Regimewechsel in Putins Russland – das Thema einer Konferenz des Thinktanks „Zentrum Liberale Moderne“, auf welcher der Oppositionelle sprach – nur mithilfe einer bewaffneten Opposition möglich.
„Jeder Wechsel einer totalitären Gewalt ist unabdingbar mit einem gewaltsamen Regimewechsel verbunden oder mit der Androhung eines gewaltsamen Umsturzes“, sagte Chodorkowski. Die Machtelite müsse mithilfe von Waffengewalt vor eine Entscheidung gestellt werden: Abdanken und leben oder nicht abdanken und sterben. „Und ich denke, dass in Russland die Situation nicht anders sein wird.“
Am Ende seines bedeutungsschwer vorgetragenen Plädoyers schloss Chodorkowski sich der Forderung eines national-patriotischen, russischen Journalisten an, den der Ex-Oligarch zitiert: „Leute, sammelt Waffen, ihr werdet sie brauchen.“ Nur wenn die Silowiki, also der russische Sicherheitsapparat, hinter einer revolutionären Masse stünden, würde ein Regimewechsel in Russland erfolgreich sein. „Ansonsten: Vergessen Sie es!“