Ukraine-Krieg: „Druck auf den Aggressor ausüben und das Opfer unterstützen“
Berlin. Der estnische Außenminister Margus Tsahkna hält eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine nur gemeinsam mit Europa und Kiew für möglich. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte er: „Ein gerechter und dauerhafter Frieden in der Ukraine kann ohne die Ukraine und Europa nicht erreicht werden.“
In dieser Woche sind Pläne der USA für ein Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine an die Öffentlichkeit gelangt. Die als „Friedensplan“ bekannt gewordenen 28 Punkte sehen erhebliche Zugeständnisse Kiews vor. Beim Verfassen des Plans waren weder die Ukraine noch Europa eingebunden.
Tsahkna fordert den Westen auf, noch mehr für die Ukraine zu tun. „Die Wahrheit ist, dass derzeit neun europäische Länder den Großteil der Unterstützung übernehmen. Aber es gibt noch andere Staaten, die mehr tun könnten“, sagte Tsahkna.
Er macht sich außerdem dafür stark, eingefrorene russische Vermögenswerte für die Unterstützung der Ukraine einzusetzen. Dies wäre die Grundlage für eine langfristige Hilfe und eine klare Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin: „Wir können diesen Krieg länger durchhalten als Russland.“ Gegen dieses Vorhaben hat sich Belgien ausgesprochen. Dort lagern die russischen Vermögenswerte. Tsahkna hofft aber auf eine Einigung noch im Dezember.