Ukraine-Krieg: Kostjantiniwka – fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten
Kostjantiniwka. Kostjantiniwka wird dem Erdboden gleichgemacht, jeden Tag ein bisschen mehr. An diesem Morgen hat eine russische Gleitbombe die Polizeiwache der Stadt zerstört. Während Stunden steigt dicker schwarzer Rauch aus der Einschlagstelle auf. Den vielen Folgeexplosionen nach zu schließen, befand sich dort auch ein Munitionslager.
Der Stellplatz für die Krankenwagen wurde bereits vor einigen Wochen getroffen. Sämtliche Ambulanzen der Stadt sind ausgebrannt. Aber wohin sollten sie die Kranken und Verletzten auch bringen? Das Spital hat Ende Juli seinen Betrieb eingestellt. Das medizinische Personal hat Kostjantiniwka längst verlassen.
Seit dem Sommer rücken russische Truppen von drei Seiten auf die Industriestadt im Donbass vor. Wie zuvor in Bachmut, Tschasiw Jar und all den anderen Orten, die in diesem Krieg zu Synonymen vollständiger Zerstörung geworden sind, soll auch in Kostjantiniwka konstanter Beschuss den Fall der Stadt einleiten.
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Neben dem tausendfach erprobten russischen Trommelfeuer zeigt sich hier aber auch eine neue Form des Krieges: ein Krieg, in dem der Himmel den Drohnen gehört und die Frontlinie zu einer kilometerbreiten Todeszone verschwimmt. Rund um die Uhr kreisen Kamikazedrohnen über Kostjantiniwka, um sich, sobald ein Ziel in Sichtweite gelangt, mit ihrer todbringenden Ladung darauf zu stürzen. Jeder Schritt aus der Deckung heraus wird zur tödlichen Gefahr.