Ukraine-Krieg: Schlacht um Bachmut: Söldner-Chef Prigoschin kam für leichte Beute – und steckt nun im Dilemma
Kämpfer Prigoschins sind besonders oft unter den Toten.
Foto: imagoBerlin. Jewgeni Prigoschin hat sich verschätzt – womöglich gewaltig. Über Monate kritisierte der Chef der Söldner-Gruppe Wagner die russische Militärführung offen für ihre Inkompetenz, während er sich und seine Kämpfer zur treibenden Kraft einer sonst lahmenden Armee stilisierte.
In Wirklichkeit sterben seine Söldner zu Tausenden an der Front in Bachmut und versuchen seit Monaten, eine Stadt zu erobern, die, glaubt man Experten, nahezu keinen strategischen, aber einen hohen symbolischen Wert besitzt.
„Jeder will wissen, wann wir endlich Artjomowsk einnehmen“, sagt Prigoschin zu einer Handvoll Kämpfern, die in einem schummrigen Keller vor ihm sitzen. Artjomowsk, das ist der russische Name der ukrainischen Stadt Bachmut. Die Antwort liefert er in einem Video, das die Szene zeigt und über den Jahreswechsel in den sozialen Medien auftauchte, gleich selbst.
„In Artjomowsk ist jedes Haus zu einer Festung geworden. Unsere Jungs kämpfen manchmal mehr als einen Tag lang um ein Haus, manchmal sogar Wochen. Hinter jedem Haus gibt es immer noch eine neue Verteidigungslinie, meist sogar mehr. Und wie viele solcher Verteidigungslinien gibt es? Fünfhundert wären wahrscheinlich keine Übertreibung.“