Ukraine-Krieg: Wie die ukrainische Regierung ihre Energieversorgung plant
Yaroslav Demchenkov: Langfristig strebt der stellvertretende Energieminister der Ukrainen einen Energiemix an, der bis zu 50 Prozent aus Atomkraft besteht.
Foto: HandelsblattKiew. Mit dem Finger fährt Yaroslav Demchenkov eine der blauen Linien entlang, die sich über die Landkarte in seinem Büro zieht, sie markiert einen Teil der Stromleitungen im Land. „Im letzten Oktober waren die größten Hochspannungs-Umspannwerke die Hauptziele der massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffe“, sagt der stellvertretende Energieminister der Ukraine. Er zeigt auf die Städte Winnyzja, Kiew, Odessa und Lwiw. „Diese Gebiete sind immer noch sehr gefährdet“, sagt er.
Die Ukraine ist dabei, ihr Energiesystem an die neue Realität im Land anzupassen: Russland versucht, dieses System möglichst effektiv zu zerstören. Gleichzeitig will die Ukraine wie auch die EU bis 2050 klimaneutral sein. Wie versorgt man unter diesen Bedingungen ein Land mit Strom und Wärme?
Langfristig wolle man einen Energiemix, der bis zu 50 Prozent aus Atomkraft besteht. Der Kernbrennstoff, der zur Gewinnung nötig ist, kommt mittlerweile aus Schweden vom Unternehmen Westinghouse – nicht mehr aus Russland. Der letzte verbliebene russische Brennstoff, der noch am AKW Riwne lagert, soll beim nächsten planmäßigen Wechsel 2024 durch US-Brennstoff ersetzt werden.