USA: Jim Jordan will im Repräsentantenhaus die Führung übernehmen
Kapitol in Washington: Der Sprecher des Repräsentantenhauses hat das dritthöchste Staatsamt in den USA inne, nach Präsident und Vizepräsidentin.
Foto: dpaWashington. Bei den Protesten gegen die letzten US-Präsidentschaftswahlen war der republikanische Abgeordnete Jim Jordan ganz vorne mit dabei. Das Handelsblatt traf ihn im November 2020 in Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania – ein Bundesstaat, in dem Joe Bidens Wahlsieg bis zuletzt angefochten wurde. Jordan sprach mit Demonstrierenden der sogenannten „Stop the Steal”-Bewegung, die die Wahlen als manipuliert betrachtet. Der Republikaner schloss im Sonnenschein die Augen und sprach ein „Gebet für Klarheit, für unseren Präsidenten und unsere Nation“. Er war sich sicher: „Trump bleibt Präsident“.
Fast drei Jahre später ist klar, dass Jordan recht und unrecht hatte. Zwar blieb Trump nicht Präsident – aber Trump könnte wieder ins Weiße Haus einziehen, sollte er im kommenden Jahr zum Kandidaten der Republikaner nominiert werden und gegen Biden gewinnen. Trumps noch immer gigantischer Einfluss in die republikanischen Partei hängt eng mit Jordan zusammen. Denn kein Republikaner verteidigt den Ex-Präsidenten seit Jahren so leidenschaftlich wie der 59-jährige Abgeordnete aus Ohio.