1. Startseite
  2. Politik
  3. Konjunktur
  4. Auslandsgeschäft: Deutsche Unternehmen erwarten gute US-Geschäfte – und wollen kräftig investieren

AuslandsgeschäftDeutsche Unternehmen erwarten gute US-Geschäfte – und wollen kräftig investieren

Eine Umfrage zeigt: Mehr als 90 Prozent der deutschen Unternehmen in den USA erwarten Wachstum. Entgegen vieler Befürchtungen hilft der US-Markt meist auch dem Geschäft in Deutschland.Katharina Kort 09.02.2024 - 12:33 Uhr
Aufgrund positiver Aussichten wollen 96 Prozent der befragten Unternehmen auch in den kommenden drei Jahren investieren. Foto: AP

New York. Während in Deutschland die Stimmung in der Wirtschaft gedrückt ist, sind die deutschen Unternehmen in den USA positiv gestimmt. Wie die jüngste Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer unter 224 deutschen Unternehmen in den USA zeigt, rechnen 99,5 Prozent nicht mit einer Rezession in diesem Jahr. 91 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr Umsatz steigen wird, zwölf Prozent rechnen sogar mit zweistelligem Wachstum.

Angesichts dieser positiver Aussichten wollen 96 Prozent der befragten Unternehmen auch in den kommenden drei Jahren investieren. Mehr als 40 Prozent von ihnen wollen mehr als fünf Millionen Dollar investieren, 30 Prozent sogar mehr als zehn Millionen Dollar. Das geht aus dem „German American Business Outlook“ hervor, den die Kammer am Donnerstagabend in New York vorgestellt hat.

Die Umfrageergebnisse fallen in eine Zeit, in der immer mehr darauf hindeutet, dass es den USA wirtschaftlich besser geht als befürchtet: Die Inflation sinkt, ohne dass die hohen Zinsen die Konjunktur belasten. Das war das erklärte Ziel der Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Dass das nun gelingt, davon sind mittlerweile auch die meisten Ökonomen überzeugt.

Die Investmentbank Goldman Sachs hat erst vor wenigen Wochen die Prognose für das US-Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 2,1 Prozent auf 2,3 Prozent erhöht. Auch die Deutsche Bank rechnet nicht mehr mit einer Rezession für 2024, sondern mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent.

„Die dynamischen Marktbedingungen der letzten Jahre haben die deutschen Unternehmen stärker und resilienter gemacht“, ist Jan Heck, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Amerikanischen Außenhandelskammer, überzeugt.

Deutsche Unternehmen profitieren vom IRA

Dass die Wirtschaft auch im Wahljahr 2024 boomt, liegt auch an den massiven Förderprogrammen, die die Regierung unter Präsident Joe Biden im Jahr 2022 verabschiedet hat. Dazu gehört das 1,2 Billionen Dollar schwere Infrastrukturpaket ebenso wie das 280 Milliarden Dollar schwere Halbleiter-Förderprogramm „CHIPS Act“ sowie der „Inflation Reduction Act“, kurz IRA.

Der IRA ist im Grunde ein Klimapaket, das nach Schätzungen von Goldman Sachs bis 2032 rund 1,2 Billionen Dollar in Form von Förderungen und Steuererleichterungen vor allem in die grünen Zukunftstechnologien bringen wird.

Von vielen dieser Programme profitieren auch deutsche Unternehmen – ob als Produzenten von Elektroautos oder Windanlagen oder als Zulieferer der Autoindustrie und der neuen grünen Technologien. Mehr als die Hälfte der von der Handelskammer Befragten gab an, dass die verschiedenen Regierungsprogramme der Nachfrage in den USA geholfen haben. Deutsche Unternehmen profitieren aber auch indirekt, weil die Wirtschaft weiter gut läuft und die Menschen so mehr Geld für eine Miele-Waschmaschine, einen Mercedes oder Gartengeräte von Stihl ausgeben.

Entsprechend locken viele Bundesstaaten und Gemeinden deutsche Unternehmen, die in den USA investieren wollen. Sie bieten über den IRA hinaus Steuernachlässe, fertig angeschlossene Produktionshallen oder auch speziell auf sie zugeschnittene Ausbildungsprogramme an lokalen Hochschulen.

Kein Wunder also, dass die Befragten kräftig expandieren wollen: Fast drei Viertel wollen mehr Mitarbeiter einstellen. Das jedoch stellt sie vor das größte Problem auf dem leer gefegten amerikanischen Markt: 91 Prozent gaben an, Schwierigkeiten zu haben, ausgebildete Arbeitskräfte zu finden.

Verwandte Themen
USA
Deutschland
Fed
Goldman Sachs
Rezession
Outlook

„Die Ergebnisse unseres aktuellen German American Business Outlooks zeigen erneut, wie wichtig der US-Markt für deutsche Unternehmen ist“, sagt Susanne Gellert, Geschäftsführerin der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York.

Gellert spricht auch die Sorge vieler Menschen an, dass die deutschen Unternehmen ihre Produktion aus Deutschland weg in die USA verlagern. Sie weist darauf hin, dass zum Beispiel IRA laut Aussage der Unternehmen positive Auswirkungen am Standort Deutschland habe. Tatsächlich gaben 14 Prozent der Befragten an, dass ihre Produktion in Deutschland wegen der hohen Nachfrage in den USA gestiegen sei.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt