USA: Warum Experten kritisch auf Joe Bidens Wirtschaftswunder schauen
New York, Washington. „Erinnern Sie sich noch, wie jeder in der Pandemie Klopapier gehortet hat?“, fragte Mitch Landrieu, Wirtschaftsberater von US-Präsident Joe Biden, kürzlich vor Reportern. „Als sich Hunderte Frachtschiffe vor der Küste Kaliforniens stauten und Lieferketten blockiert waren?“. Die Krise habe nur wenige Monate angedauert, „weil unser Präsident angepackt hat“, schwärmte Landrieu.
Knapp ein Jahr vor den US-Präsidentschaftswahlen erinnert Bidens Toppersonal fast täglich daran, was die USA Biden zu verdanken haben. Fast jede Woche reisen der Präsident persönlich, Vizepräsidentin Kamala Harris und diverse Minister in Bidens Kabinett quer durch die Nation.
Sie besuchen Batteriefabriken, Solarfelder, Truck-Produktionshallen, Wasserstoff-Hubs, Brücken, Tunnel und Häfen. Und jedes Mal steht im Mittelpunkt, wie „Bidenomics“, die Wirtschafts- und Industriepolitik der US-Regierung, dem Land den Aufschwung gebracht habe.
Auf dem Papier kann sich die vorläufige Bilanz Bidens auch durchaus sehen lassen, zumindest in Teilen: Die Arbeitslosigkeit beträgt laut US-Arbeitsministerium 3,9 Prozent – und ist damit sehr niedrig. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnete laut US-Handelsministerium im dritten Quartal mit 5,2 Prozent ein extrem robustes Wachstum. Andere Länder wie Japan oder Deutschland hingegen können deutlich geringere Wachstumszahlen vorweisen.