Der Chefökonom: 2021-10-01 CÖ Gesundheit
Sowohl Patienten als auch die Leistungsanbieter haben ein Interesse daran, dass möglichst viele Gesundheitsleistungen erbracht werden. Der Gesetzgeber ist daher immer wieder zu Eingriffen gezwungen: Preisvorgaben, Mengenbeschränkungen sowie Zuzahlungen von Patienten für Medikamente und Behandlungen. In den vergangenen beiden Legislaturperioden sorgte der ungemein beschäftigungsintensive Aufschwung für üppig steigende Beitragseinnahmen, auch im Gesundheitssystem.
Unter dem Deckmantel sprudelnder Einnahmen konnten die strukturellen Defizite dieses Systems wuchern. Zudem beschloss die Regierung angesichts voller Kassen zahlreiche Leistungsausweitungen, die - bestenfalls - in einem ewig währenden Boom finanzierbar gewesen wären. Tatsächlich brachen in der Corona-Rezession die Einnahmen ein und die Reserven schmolzen dahin.