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ArbeitsmarktSchwache Konjunktur verlangsamt Arbeitsmarkt im April

Die Zahl der Arbeitslosenquote ist im April nur leicht gesunken. Grund dafür sei die schwache „Frühjahrsbelebung“, sagt die Arbeitsagentur. Der Arbeitsmarkt sei aber dennoch stabil. 28.04.2023 - 12:36 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Arbeitslosenquote stagniert. Der Arbeitsmarkt bleibt jedoch stabil.

Foto: IMAGO/photothek

Berlin. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April wegen einer deutlich gebremst ausfallenden konjunkturellen Frühjahrsbelebung nur leicht auf 2,586 Millionen gesunken. Das sind 8000 weniger als im März, aber 276.000 mehr als im April 2022, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stagnierte und betrug im April unverändert 5,7 Prozent.

„Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibt auch im April schwach. Einer der Gründe dafür ist die träge Konjunktur. Insgesamt befindet sich der Arbeitsmarkt aber in einer stabilen Verfassung“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles.

Für ihre Statistik griff die Bundesagentur auf Zahlenmaterial zurück, das bis zum 13. April vorlag. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Arbeitslosen im April im Vergleich zum Vormonat noch wesentlich deutlicher um 53.000 gesunken.

Sorgen macht der Vorstandschefin der Bundesagentur vor allem die Zahl der Langzeitarbeitslosen. 885 000 Menschen in Deutschland sind ein Jahr oder länger ohne Job. 59 Prozent davon sogar mehr als zwei Jahre. 31 Prozent sind älter als 55 Jahre. Zwar sind die Höchststände der Corona-Pandemie inzwischen wieder überwunden, das Niveau ist jedoch noch deutlich höher als in der Zeit vor Ausbruch des Virus.

Es sei für Arbeitslose trotz der hohen Nachfrage nach Fachkräften schwerer geworden, eine Beschäftigung zu finden. „Das führt zu einer Verfestigung von Arbeitslosigkeit“, sagte Nahles. Sie rief die Unternehmen auf, auch Menschen einzustellen, die nicht dem Idealprofil entsprächen. „Arbeitgeber müssen sich dafür öffnen, den Menschen, auch wenn sie nicht alle idealtypischen Voraussetzungen mitbringen, eine Chance zu geben“, sagte sie. Dann könne die Bundesagentur auch mithelfen, etwa durch Coaching, Begleitung und über die Möglichkeiten des Teilhabechancengesetzes auch mit finanziellen Hilfen.

Die Bundesagentur führte den deutlichen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr zum Teil auf die Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen in der Statistik zurück. „Auch ohne die Berücksichtigung ukrainischer Geflüchteter wäre die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich angestiegen, allerdings weniger stark“, teilte die Behörde weiter mit.

Zugenommen hat nach den jüngsten Daten der Bundesagentur auch wieder die Kurzarbeit. Vom 1. bis einschließlich 24. April haben Unternehmen für 36.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt – ob sie tatsächlich in Anspruch genommen wird, ist aber noch nicht klar.

Arbeitsmarkt: Unternehmen sind bereit zu Neueinstellungen

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme liegen bis Februar 2023 vor. Demnach wurde in diesem Monat für 162.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezahlt, eine leichte Steigerung gegenüber Januar.

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Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. „Gemessen an normalen Jahren ist das natürlich nicht befriedigend“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion.

Bei den Unternehmen ist die Bereitschaft zu Neueinstellungen ungeachtet der mauen Konjunktur aktuell so groß wie seit acht Monaten nicht mehr. Das Beschäftigungsbarometer stieg im April um 0,3 auf 100,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Umfrage unter 9500 Unternehmen ermittelte. „Der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort, obwohl sich der Zuwachs verlangsamt, auch wegen der schrumpfenden Bevölkerung“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Treiber beim Beschäftigungsaufbau in Deutschland sind die Dienstleister.“

dpa, rtr
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