Konjunktur: „Wie Wellen eines Erdbebens“: IWF senkt Wachstumsprognose deutlich
„Durch eng vernetzte globale Lieferketten können sich Produktionsunterbrechungen in einem Land sehr schnell kaskadenartig auf die ganze Welt auswirken“, warnt der IWF.
Foto: dpaBerlin. Die Stimmung, die Christian Lindner (FDP) in Washington erwartet, ist düster. Der Bundesfinanzminister nimmt ab Mittwoch das erste Mal an der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) teil.
Der Ukrainekrieg und die wirtschaftlichen Folgen werden das Treffen dominieren. Der drohende „Wohlstandsverlust ist direkte Folge des russischen Angriffskrieges“, sagt eine deutscher Regierungsbeamter. Das wird auch die Botschaft von Lindner in Washington sein.
Am Dienstag hat der IWF seine neue Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft vorgelegt und die fällt fatal aus. In nahezu allen großen Ländern muss der Währungsfonds seine bisherigen Erwartungen deutlich nach unten korrigieren. Noch im Januar ging der IWF davon aus, dass die Weltwirtschaft 2022 um 4,4 Prozent wachsen werde. Nun rechnet er bloß noch mit einem Plus von 3,6 Prozent.
„Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges verbreiten sich weit wie seismische Wellen, die vom Epizentrum eines Erdbebens ausgehen“, schreiben die IWF-Verantwortlichen in der Prognose. Auch für 2023 senken sie die Wachstumsaussicht auf 3,6 Prozent, vorher waren es 3,8 Prozent.