Rürups Woche - HRI-Newsletter 29. April 2022: Rürups Woche - HRI-Newsletter 29. April 2022
Professor Bert Rürup stellt im Newsletter des Handelsblatt Research Institute fest:
Wer zum Mindestlohn arbeiten muss, der kann sich heute – trotz der Lohnerhöhung zum Jahresstart – merklich weniger leisten als noch vor einem Jahr. Auf Basis erster Berechnungen ermittelte das Statistische Bundesamt für April eine Inflationsrate von 7,4 Prozent für Deutschland.
Kaufkraftverluste für Beschäftigte wollen die Gewerkschaften natürlich nicht hinnehmen. Und so forderte die IG Metall diese Woche für die Beschäftigten der Stahlindustrie 8,2 Prozent mehr Lohn.
Die sprichwörtlichen „Nägel mit Köpfen“ hat dagegen bereits der Discounter Aldi gemacht und den Mindestlohn für seine Beschäftigten ab Juni von 12,50 auf 14 Euro erhöht.
Der Lohn bei Aldi liegt damit deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, der zum Juli auf 10,45 Euro steigen wird.
Wer zahlt die Zeche?
Sollte das Beispiel Aldi Schule machen, stehen wir gerade am Beginn einer von Notenbanken so gefürchteten Lohn-Preis-Spirale. Bleibt Aldi hingegen eine Ausnahme, so machen der Ukraine-Krieg und die Teuerung die Arbeitnehmer in Deutschland auf Dauer spürbar ärmer.
Klar ist, irgendwer muss die Zeche nicht zuletzt für die hohen Energiepreise zahlen. Die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen mögen zwar kurzfristig die Verluste etwas lindern und die ausgewiesene Inflation drücken.
Die Ursachen bekämpfen können sie freilich nicht. Zurück bleiben mit Sicherheit neue Staatsschulden.