Sanktionen: Darum könnte das Ölembargo gegen Russland ins Leere laufen
Öl, das auf dem Seeweg in die EU kommt, wird mit Sanktionen belegt. Pipeline-Öl ist dagegen von dem Bann ausgenommen.
Foto: dpaZürich, Brüssel. Erstpublikation: 31.05.2022, 16:13 Uhr. Die EU hat sich nach wochenlangem Streit auf ein Öl-Embargo gegen Russland geeinigt, zumindest auf ein partielles. Aber wirkt es auch wie gewünscht? Die Handelsströme des globalen Ölmarktes werden sich verändern, so viel ist sicher. Russland wird neue Abnehmer finden müssen. Und dennoch bleiben Zweifel, ob sich der Kompromiss bewährt.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stellte am Dienstag klar, dass er mit der Einigung nicht glücklich sei. Vor allem der ungarische Premier Viktor Orban habe „ruchlos“ für seine eigenen Interessen gepokert, kritisierte der Grünenpolitiker beim „Wirtschaftstag“ des Wirtschaftsrats der CDU. Die Kraft und die Entschlossenheit Europas habe durch das „Gewürge“ um das sechste Sanktionspaket gelitten.
Öl-Embargo gegen Russland erst zum Jahresende
Auch die Frage, wie hart das Embargo Russland trifft, ist umstritten. Es sei zwar begrüßenswert, dass sich der Europäische Rat auf ein Ölembargo geeinigt hat, sagt Guntram Wolff, Direktor der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, der Deal sei aber nicht ideal: „Es wird viele Monate dauern, bis das Embargo umgesetzt wird, Monate, in denen die Preise hoch sein werden und die russischen Einnahmen eher steigen als sinken werden.“