Big Tech: Google gewährt US-Regierung offenbar Rabatte bei Clouddiensten
Düsseldorf. Google wird der US-Regierung seine Cloud-Computing-Dienste mit hohen Rabatten anbieten. Die Trump-Regierung hatte zuletzt hohen Druck auf Technologiekonzerne ausgeübt. So will sie die Kosten in der Verwaltung weiter drücken. Das berichtete die „Financial Times“ am Freitagmorgen.
Bereits vergangene Woche hatte der Google-Konkurrent Oracle eine neue – und teure – Vereinbarung mit der Regierung geschlossen. Darin gewährt sie teilweise Rabatte in Höhe von 75 Prozent. Auf andere Dienste wurden „erhebliche Rabatte“ eingeräumt. Wie hoch diese genau ausfallen, wurde bisher nicht öffentlich.
Die „Financial Times“ zitiert einen ranghohen Beamten in der General Services Administration (GSA) damit, dass Googles Vertrag „in einem ähnlichen Bereich“ landen werde. Die GSA ist für die Verwaltung verschiedener US-Bundesbehörden zuständig.
Entsprechende Preisnachlässe der Anbieter Microsoft Azure und Amazon Web Services (AWS) könnten bald folgen. „Jedes dieser Unternehmen hat verstanden, worum es uns geht. Wir werden das Ziel mit allen vieren erreichen“, sagt der Beamte weiter. Die vier Unternehmen übernehmen zusammen die große Mehrheit der Cloud-Dienste, welche die US-Regierung in Anspruch nimmt.
Derzeit belaufen sich die Ausgaben für die Dienstleistungen auf 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Trump-Regierung hat angekündigt, diese Kosten deutlich drücken zu wollen. Dies sei Teil der Initiative des sogenannten Department of Government Efficency (Doge), das unter Elon Musk gegründet wurde.
Die Bereitschaft der Tech-Konzerne, sich auf die Rabatte einzulassen, stellt einen Wandel zu Trumps erster Amtszeit dar. Die Cloud-Sparte von Amazon hatte damals einen lukrativen Auftrag verloren. Amazon sprach von einer Vergeltungsaktion, weil die „Washington Post“ negativ über Trump berichtet habe. Die Zeitung gehört Amazon-Gründer Jeff Bezos.
Neben den Deals mit Cloud-Anbietern will die GSA auch die Verträge mit Ridesharing-Unternehmen neu verhandeln. In den vergangenen Monaten hat die Regierung bereits deutliche Rabatte von Adobe und Salesforce erhalten. So senkte Salesforce den Preis für das Messenger-Programm Slack um knapp 90 Prozent.