Corona: Was der CT-Wert des PCR-Tests bedeutet
Der CT-Wert gibt einen Hinweis darauf, wie ansteckend eine infizierte Person ist.
Foto: dpaDüsseldorf. Wer nach einem PCR-Test sein Ergebnis zum Coronavirus erhält, erfährt oft auch den konkreten CT-Wert. Ein Wert über 30 bei einem positiven Abstrichergebnis reichte in der Hochphase der Corona-Pandemie aus, um eine Isolierung zu beenden. Für Schnell- und Selbsttests, die nicht im Labor ausgewertet werden, gibt es keinen CT-Wert.
Doch was bedeutet der CT-Wert eigentlich? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen für Sie zusammengestellt.
Corona-Test: Was bedeutet der CT-Wert?
Der CT-Wert, kurz für Cycle-Threshold-Wert, gibt an, wie oft man das Erbgut des Coronavirus im Labor vermehren muss, um eine messbare Menge des Virus zu erhalten. Bei PCR-Tests werden die im Abstrich enthaltenen Viren in speziellen Geräten vermehrt und immer wieder untersucht. Dabei gilt: Je geringer die Viruslast im Abstrich, desto höher ist die Zahl der Vermehrungszyklen, die für einen Nachweis notwendig sind. Denn bei jedem weiteren Vermehrungszyklus steigt der CT-Wert um 1.
Das bedeutet auch: Je höher die Viruslast, desto kleiner der CT-Wert. Wessen Wert unter dem Grenzwert 30 des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt, der gilt noch als ansteckender als der Durchschnitt. Die Infektiosität bei mehr als 30 Zyklen ist dem RKI zufolge so gering, dass Infizierte andere kaum noch anstecken können.
Wie verlässlich ist ein CT-Wert von 30?
Die weltweit verwendeten PCR-Tests unterscheiden sich alle leicht, da sie von verschiedenen Herstellern stammen. Auch die Grenzwerte der Tests von einzelnen Labor-Unternehmen unterscheiden sich, da sie nicht alle nach einem exakten Schema ablaufen. Die Grenze für den CT-Wert von 30 des RKI enthält deshalb einen Puffer, um die Testschwankungen auszugleichen.
Welche Probleme gibt es beim CT-Wert?
Da der Abstrich für einen PCR-Test zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgt, bildet dieser Test auch nur die Infektiosität zum Testzeitpunkt ab. Weil sich diese aber im Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verändert, bleibt auch der CT-Wert nicht immer gleich.
Das RKI empfiehlt daher, bei der Interpretation des CT-Werts immer auch den Zeitpunkt des Abstrichs, die Symptome des Infizierten und das verwendete Testsystem einzubeziehen. So könnten unsachgemäße Tests zum Beispiel einen hohen CT-Wert ergeben, obwohl die getestete Person weiterhin ansteckend ist.
Was ist über den CT-Wert bei Omikron bekannt?
Die Omikron-Variante ist ansteckender als etwa die Variante Delta. Der Omikron-Subtyp BA.1 tritt derzeit in Deutschland am häufigsten auf. Wissenschaftler haben auch eine neue Virus-Form identifiziert, die aus Teilen der Delta-Variante und der Omikron-Variante besteht – umgangssprachlich „Deltakron“. Experten rechnen damit, dass dieser neue Subtyp wiederum ansteckender sein könnte als BA.1. Erste Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass der CT-Wert bei Infektionen mit BA.2 niedriger ausfällt – die Viruslast dürfte bei Infektionen mit BA.2 also höher sein.
Dieser Artikel erschien bereits am 10.02.2022. Der Artikel wurde am 29.11.2023 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.