Klimaschutz: Gesteinsstaub und Ozeandüngung – die Erde überlisten
Düsseldorf. In der Nähe von Chicago findet derzeit im wahrsten Sinne des Wortes ein Feldversuch statt. Das irische Start-up Silicate verstreut 500 Tonnen zermahlenen Bauschutt auf 50 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Die Idee: mit dem Gesteinsmehl CO2 zu binden und zugleich die Felder mit mehr Mineralien zu versorgen. „Das könnte bahnbrechend sein“, sagte Maurice Bryson, Mitgründer und Chef von Silicate, beim Beginn des Experiments vor einem Jahr. „Der Staub kostet wenig, kann ohne Bedenken auf Felder ausgetragen werden und ist leicht zu finden.“
Geochemiker wissen: Die Verwitterung von Gestein bindet CO2. Dieser natürliche Prozess, der überall auf der Erde stattfindet, läuft allerdings sehr langsam ab. Wenn man aber den Stein fein zu Staub mahlt, erhöht man die Oberfläche, mit der Kohlendioxid reagieren kann, und beschleunigt den Prozess erheblich.
Basalt ist eines der dafür am besten geeigneten Gesteine. Es ist reich an Kalzium- und Magnesiumverbindungen, die CO2 in stabile Minerale umwandeln. Das Material kommt häufig vor, gerade in vulkanischen Gebieten, in Deutschland etwa auf der Schwäbischen Alb und im Westerwald.