Klimawandel: Können wir mit Rohstoffen aus dem Meer das Klima retten?
Mensch versus Tier: Die Ozeane sind voll von Rohstoffen, doch ist das auch umweltverträglich?
Foto: Seatools, Getty ImagesBerlin. Casper verfügt über eine beeindruckende Geduld. Die fast durchsichtige Oktopusart brütet ihren Nachwuchs bis zu vier Jahre lang aus. Und das in einer lebensfeindlichen Umgebung, rund 4000 Meter unter der Meeresoberfläche. Bis hier dringt kein Sonnenstrahl vor, es herrscht ein unglaublicher Druck – 400 Kilo lasten auf jedem Quadratzentimeter.
Unglücklicherweise lässt sich die Krake bei der Brutpflege auf einem Mineralaggregat nieder, das eine andere, an Land lebende Spezies als wertvollen Schatz betrachtet. Die Menschen entdeckten die sogenannten Manganknollen am Grund des Meeres als Rohstoffvorkommen. Die Ansammlungen enthalten neben Mangan auch Nickel und Kobalt – alles wichtige Materialien für Elektroautos oder Photovoltaikanlagen.
Dass die Menschheit einen Blick auf diese Tiefseeschätze wirft, ist nicht neu. Doch wird der Abbau immer konkreter: Moderne Technologien wie von den deutschen Anbietern Bauer Maschinen oder Bosch Rexroth ermöglichen das „Deep Sea Mining“. Zudem steigen die Preise der Rohstoffe durch den Kampf gegen den Klimawandel. Das alles weckt Begehrlichkeiten zahlreicher Unternehmen, etwa der kanadischen The Metals Company (TMC) oder dem belgischen Global Sea Mineral Resources.