Produktion von Chips: Warum Sachsen Chipfabriken schneller baut als Arizona
Dresden, Düsseldorf. Laura-Elisa Herr klettert den Deich hoch. Oben angekommen stoppt sie vor einem hohen Zaun, der den Weg über eine Flutwiese versperrt. Sie zeigt auf die Elbe.
Hier, nordwestlich des Stadtzentrums von Dresden, entsteht eines der bedeutendsten Infrastruktur-Vorhaben Deutschlands. Herr und ihr Team vom Versorger Sachsen Energie wollen hier in den nächsten Jahren ein Flusswasserwerk errichten. Jeden Tag sollen 60.000 Kubikmeter Wasser zu den neun Kilometer entfernt liegenden Chipfabriken geleitet werden. Kostenpunkt: Knapp eine Viertelmilliarde Euro.
Es gibt teurere Infrastruktur-Vorhaben in Deutschland, aber dieses hier schafft die Voraussetzung für die Ansiedlung zahlreicher neuer Chipfabriken in der Region. Also jener Zukunftstechnologie, deren Ansiedlung der Bundesregierung Milliarden an Fördergeldern wert ist – und Sachsen zieht beim Ausbau dieser Technologie gerade an internationalen Konkurrenzregionen vorbei. Behörden, Politiker und Unternehmen geben durch smartes und unbürokratisches Vorgehen eine Ahnung, wie eine Deutschlandgeschwindigkeit tatsächlich aussehen kann.
Wasser ist für die Produktion von Chips von entscheidender Bedeutung. In hunderten Produktionsschritten kommen die Bauteile mit Gasen und Chemikalien in Berührung und müssen ständig gewaschen werden.