Halbleiter: Chipbranche wächst ungestüm – doch die Manager werden nervös
Die Halbleiterwerke weltweit sind voll ausgelastet. Der Krieg in der Ukraine und die Lockdowns in China verunsichern aber die Anbieter.
Foto: dpaMünchen. Ausverkauft bis Ende 2023: Das Geschäft des Chipkonzerns STMicroelectronics läuft blendend. „Die Nachfrage überschreitet die Kapazitäten um 30 bis 40 Prozent“, sagt Vorstandschef Jean-Marc Chery. Die Bestellungen reichten heute schon aus, um die Werke des französisch-italienischen Unternehmens fast das gesamte nächste Jahr auszulasten. Der Auftragseingang sei stark und das zu Jahresbeginn prognostizierte Umsatzplus von bis zu 20 Prozent für 2022 realistisch.
Wie Europas größter Halbleiterhersteller verzeichnen auch die meisten Wettbewerber eine regelrechte Auftragsflut. Das lässt die Preise steigen – und damit die Gewinne.
Beim Branchenführer Samsung Electronics stieg der Überschuss zwischen Januar und Ende März um fast 60 Prozent auf umgerechnet 8,5 Milliarden Euro an; der Umsatz auf den neuen Rekordwert von 58,2 Milliarden Euro.
SKHynix, der drittgrößte Chipproduzent der Welt, hat seinen Überschuss im ersten Quartal sogar mehr als verdoppelt; der Umsatz ist um 43 Prozent in die Höhe geschossen. „Die IT-Ausgabenpläne der Unternehmen sind solide und steigen sogar leicht an“, sagte Marketingchef Kevin Noh. So verkauften die Koreaner zuletzt deutlich mehr Bauelemente für Rechenzentren.