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HalbleiterVon der Leyen bei Spatenstich für Infineon-Werk: „Brauchen mehr Chip-Massenproduktion in Europa“

Der Halbleiterhersteller startet den Bau seiner bislang größten Fabrik in Dresden. So nimmt „Silicon Saxony“ Formen an: Kanzler Scholz macht Hoffnung auf weitere Milliardeninvestitionen.Joachim Hofer 02.05.2023 - 16:16 Uhr Artikel anhören

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmar, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Infineon-Chef Jochen Hanebeck und Bundeskanzler Olaf Scholz. Die Politiker halten sogenannte Wafer in den Händen, auf den Scheiben entstehen die Chips.

Foto: Getty Images

Dresden. . Europas Aufholjagd in der Chipproduktion kommt voran: Der Halbleiterhersteller Infineon startete an diesem Dienstag offiziell den Bau seiner bislang teuersten Fabrik. Fünf Milliarden Euro steckt der Dax-Konzern in seinen Standort in Dresden.

Das Werk sei nicht nur für Infineon, sondern für ganz Europa bedeutend, sagte die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, beim Spatenstich: „Wir brauchen wieder mehr Massenproduktion von Chips bei uns.“ Es sei unerlässlich, die Lieferketten „unserer wichtigsten Güter zu stärken“.

Die Versorgung der europäischen Industrie mit Halbleitern sei gefährdet, weil sich Europa zu sehr auf die wichtigen Lieferländer Südkorea und Taiwan verlasse. Dies sei angesichts der politischen Spannungen in dieser Region keine Option mehr.

Europa braucht viermal so viele Werke wie heute

Klar sei aber auch, dass das neue Werk von Infineon nur der Anfang sein könne, um das Ziel der EU-Kommission zu erreichen: Europas Anteil an der globalen Chipproduktion soll sich bis 2030 mehr als verdoppeln – auf dann 20 Prozent. Und dazu müsse Europa seine „heutige Kapazität vervierfachen“, erklärte von der Leyen.

Infineon kassiert für die Fabrik in Dresden voraussichtlich eine Milliarde Euro an Subventionen. Das neue Werk soll 2026 in Betrieb gehen und für fünf Milliarden Euro zusätzlichen Umsatz im Jahr sorgen. Das entspricht gut einem Drittel der Erlöse des vergangenen Geschäftsjahrs. Es sollen 1000 neue Jobs entstehen.

„Der Halbleiterbedarf wächst stark und dauerhaft“, begründete Infineon-Chef Jochen Hanebeck die Milliardeninvestition. Für Europa sei das Werk in Sachsen wichtig, „um einseitige Abhängigkeiten abzubauen“.

Tatsächlich wächst das Münchner Unternehmen seit Jahren dynamisch, zuletzt hat Hanebeck die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. So soll der Umsatz noch über den bislang erwarteten 15 bis 16 Milliarden Euro liegen. Auch die operative Marge werde besser ausfallen als angekündigt. Es läuft vor allem im Geschäft mit der Autobranche und in der Industriesparte rund.

Am Dienstag war Infineon mit einem Kursplus von mehr als drei Prozent der Spitzenreiter im Dax. Grund dafür waren überraschend gute Zahlen des niederländischen Rivalen NXP.

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Bundeskanzler Olaf Scholz deutete in Dresden an, dass sich bald schon ein weiterer Chiphersteller in Dresden niederlassen könnte. Er sei „zuversichtlich, dass dies nicht die letzte große Investition in Silicon Saxony gewesen ist“, sagte der SPD-Politiker.

Der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC verhandelt seit mehr als einem Jahr sowohl mit potenziellen Kunden als auch mit dem Staat über eine Fabrik in Sachsen. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen. Zuletzt hatte sich zu Jahresbeginn der US-Konzern Wolfspeed entschieden, eine Fabrik für Stromsparchips aus Siliziumkarbid im Saarland zu bauen.

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