IT-Konzern: KI-Hype schwächt sich ab – Microsoft enttäuscht beim Cloud-Wachstum
San Francisco. Die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) schlagen sich bei Microsoft bislang nicht in einem beschleunigten Wachstum des Cloud-Geschäfts nieder. Der Softwarekonzern gab für seine Datenzentrumssparte Azure ein überraschend niedriges Umsatzplus bekannt, das zudem unter dem Niveau des vorangegangenen Quartals lag.
So wuchs der Azure-Umsatz im vierten Quartal des nun abgelaufenen Geschäftsjahrs um 29 Prozent, wie Microsoft am Dienstagnachmittag (Ortszeit) mitteilte. Analysten hatten auf ein Plus von 31 Prozent gehofft.
Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent und lag mit 64,7 Milliarden Dollar leicht über den Markterwartungen. Der Nettogewinn kletterte um zehn Prozent auf 22 Milliarden Dollar. Die operative Marge fiel mit rund 43 Prozent etwas besser aus als erwartet.
Microsoft-Chef Nadella betont Erfolge bei KI-Angeboten
Trotz dieser soliden Zahlen wächst aus Sicht von Skeptikern die Sorge, dass sich die in den Ausbau von KI-Dienstleistungen gesetzten Umsatz- und Gewinnerwartungen nicht erfüllen könnten. Finanzchefin Amy Hood betonte in der Analystenkonferenz gleich zweimal, dass sich die Infrastrukturausgaben über die kommenden 15 Jahre „oder danach“ amortisieren würden – ein laut Beobachtern extrem langer Zeitraum.