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MobilfunkVodafone mit leichtem Aufwärtstrend

Der Gewinn steigt um zwei Prozent. Der britische Telekomkonzern will seine Struktur vereinfachen – und vor allem das Wachstum in Deutschland beschleunigen.Torsten Riecke, Nadine Schimroszik 14.05.2024 - 12:47 Uhr aktualisiert
Margherita Della Valle: Der Konzern bleibt vorerst eine Baustelle. Foto: REUTERS

London. „Vodafone muss sich ändern.“ Mit dieser Ankündigung startete Konzernchefin Margherita Della Valle vor einem Jahr den Umbau des britischen Telekomgiganten.

Als die Italienerin am Dienstag in London ihre Bilanz der vergangenen zwölf Monate präsentierte, zeigte sich: Noch ist ihr selbst erklärtes Ziel nicht erreicht. „Im kommenden Jahr muss noch viel mehr getan werden“, betonte die Managerin und hatte dabei vor allem ihren wichtigsten Markt in Deutschland im Blick.

Auf den ersten Blick ist Vodafone ein gutes Stück vorangekommen: Der Konzern hat sich aus Spanien und Italien zurückgezogen und auf dem britischen Mobilfunkmarkt eine Fusion mit dem Konkurrenten „Three“ in die Wege geleitet. Über den Erfolg von Della Valle entscheidet jedoch, ob sie in Deutschland, wo Vodafone fast 40 Prozent seines Umsatzes und nahezu die Hälfte seines bereinigten Gewinns erwirtschaftet, den Turnaround schafft.

„Wir werden unsere grundlegende Leistung in Deutschland verbessern und unsere Dynamik in der Geschäftssparte beschleunigen, während wir gleichzeitig unsere Abläufe weiter vereinfachen“, kündigte die Vodafone-Chefin an.

Mobilfunkstandard 5G soll vorangetrieben werden

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind ins Wachstum zurückgekehrt“, sagte Deutschlandchef Marcel de Groot und versprach, das Festnetz zu stärken und den Mobilfunkstandard 5G „weiter ins Land zu bringen“.

Für die Änderung der Mietnebenkostenabrechnung des TV-Empfangs  ab 1. Juli fühlt sich der Konzern gewappnet: „Auf den Einmaleffekt der Gesetzesänderung im TV-Markt sind wir gut vorbereitet“, sagt de Groot. Es sei klar, dass der Markt sich dadurch zunächst etwas verkleinern werde. „Viele Verbraucher entscheiden sich auch in Zukunft für unsere TV-Produkte“, ist sich der Manager sicher.

Ab Juli dürfen Fernsehkosten in Deutschland nicht mehr über die Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden. Dieser jahrzehntelang übliche Mechanismus wird TV-Umlagefähigkeit oder auch Nebenkostenprivileg genannt. Statt automatisch über den Vermieter einen TV-Anschluss zu haben, müssen sich die Mieter selbst Alternativen suchen oder sich freiwillig einer Sammelbestellung anschließen.

Von der bisherigen Regelung profitierte Vodafone, schließlich hatte es jahrzehntelang zuverlässige Einnahmen – im vergangenen Jahr hatte die Firma noch Verträge mit Wohnungsbaugesellschaften, die 8,5 Millionen TV-Kunden betrafen.

Mobilfunkmast: „Mobilfunkstandard 5G weiter ins Land bringen.“  Foto: imago images/Sven Simon

Deutschland ist zwar die wichtigste, aber keineswegs die einzige Baustelle für Konzernchefin Della Valle. Viel zu tun gibt es auch auf dem britischen Heimatmarkt, wo Vodafone durch einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten „Three“ seine schon jetzt starke Position auf dem Mobilfunkmarkt ausbauen will.

Zwar hat die britische Regierung ihre anfänglichen Bedenken zurückgestellt, eine Fusion mit dem zum chinesischen Konzern CK Hutchison gehörenden Mobilfunkanbieter „Three“ könnte die nationale Sicherheit des Königreichs gefährden. Völlig offen ist jedoch, ob auch die Wettbewerbshüter in Großbritannien die 16,5 Milliarden Pfund (etwa 19,3 Milliarden Euro) schwere Fusion ohne Auflagen genehmigen werden.

Kartellbehörde meldet Bedenken an

Ihre Behörde habe „Bedenken festgestellt, die zu höheren Preisen für die Kunden und geringeren Investitionen in britische Mobilfunknetze führen könnten“, erklärte die Kartellwächterin Julie Bon von der Competition and Market Authority (CMA). Eine Entscheidung soll im September fallen. Della Valle möchte die Fusion bis Ende des Jahres abschließen.

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Der Konzern verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr ein organisches Wachstum des Service-Umsatzes von gut sechs Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn stieg ebenfalls leicht um gut zwei Prozent auf elf Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2025 erwartet Vodafone ein Ergebnis in der gleichen Größenordnung.

Da Wachstum nur schwer zu erreichen sei, wollten die Investoren an den Finanzmärkten „nachhaltige Fortschritte sehen“, sagte Matt Britzman, Analyst beim Londoner Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown. Die Aktie, die in den vergangenen zwölf Monaten rund 20 Prozent an Wert eingebüßt hat, stieg am Dienstag im frühen Handel in London um rund drei Prozent.

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