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Social Media Wenn Musk, Bezos und Biden dubiose Bitcoin-Deals anbieten: Twitter-Accounts zahlreicher Promis gehackt

Noch nie wurden so viele Accounts von Politikern, Unternehmern und Künstlern auf einmal missbraucht. Das wirft Fragen zu den Sicherheitsmaßnahmen von Twitter auf.
15.07.2020 Update: 16.07.2020 - 05:47 Uhr Kommentieren

Musk, Bezos, Biden: Hackerangriff auf Twitter-Konten von US-Prominenten

San Francisco Die Twitter-Konten prominenter US-Politiker und namhafter Unternehmen sind gehackt worden. Auf den Accounts des US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, dem früheren US-Präsident Barack Obama, Tesla-Chef Elon Musk, Rapper Kanye West und vielen weiteren bekannten Persönlichkeiten erschien am Mittwoch eine Aufforderung, Bitcoins zu überweisen. Twitter sprach von einem „Sicherheitsvorfall“. Während gehackte Accounts nicht ungewöhnlich sind, waren Experten überrascht über den Umfang und das Ausmaß des Vorfalls. Auch die Unternehmenskonten von Uber, Tesla und Apple waren betroffen.

Wie genau der in seinem Ausmaß beispiellose Hack passieren konnte, blieb zunächst unklar. Viele der Twitter-Accounts wurden zeitweise gesperrt, waren aber kurze Zeit später ohne die betrügerischen Nachrichten wieder online.

Der Gründer und Chef von Twitter, Jack Dorsey, hat Aufklärung versprochen. Sobald die Firma „ein besseres Verständnis“ von dem habe, was passiert sei, werde man die Öffentlichkeit so ausführlich wie möglich darüber informieren, erklärte Dorsey am Mittwochabend (Ortszeit) über Twitter. „Wir alle bedauern, dass dies passiert ist“, schrieb er. „Ein harter Tag für uns bei Twitter.“

„Dies scheint der bislang schlimmste Angriff auf eine große Social-Media-Plattform zu sein“, sagte Dmitri Alperovitch, Mitbegründer des Cybersicherheitsunternehmens CrowdStrike. In der über die Accounts verbreiteten Botschaft wurde versprochen, eingeschickte Bitcoins doppelt zurückzuzahlen.

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    Twitter hatte in der Vergangenheit immer wieder mal Probleme mit dem Kapern von Accounts – aber noch nie auf so breiter Front und bei so prominenten Namen. Das Ausmaß der Attacke legt nahe, dass diesmal nicht wie bei früheren Fällen etwa eine mit Twitter-Accounts verknüpfte App ausgenutzt wurde - sondern direkt Systeme von Twitter betroffen sein könnten. Der Kurznachrichtendienst erklärte, man untersuche den Vorfall.

    Twitter blockierte mehr als eine Stunde nach dem Auftreten des Vorfalls die verifizierten Konten von Prominenten und Journalisten, aber auch von Regierungen, Politikern und Staatsoberhäuptern, um eine Verbreitung der betrügerischen Zahlungsaufforderung zu unterbinden. Die Nutzer des Kurznachrichtendienstes seien „möglicherweise nicht in der Lage, zu twittern oder ihr Passwort zurückzusetzen, während wir diesen Vorfall überprüfen und beheben“, erklärte Twitter.

    Es blieb zunächst offen, ob alle verifizierten Benutzer des Kurznachrichtendienstes betroffen waren, aber wenn ja, hätte dies enorme Auswirkungen auf die Plattform. Wenige Stunden nach dem Zwischenfall hieß es bei Twitter, die meisten Accounts sollten wieder funktionieren.

    Zuvor hatten einige der regelmäßigen Nutzer des Dienstes offenbar Schwierigkeiten, die Kontrolle über ihre Twitter-Konten zurückzugewinnen. Im Fall des Milliardärs Elon Musk wurde beispielsweise ein Tweet, der Kryptowährung anfordert, zunächst entfernt, doch einige Zeit später erschien ein neuer und kurz darauf ein dritter.

    Gates bestätigte, dass der dubiose Tweet nicht von ihm stamme. Es handele sich offenbar um einen Teil eines größeren Problems, mit dem Twitter konfrontiert sei, teilte ein Sprecher des Milliardärs mit. Gates, Bezos und Musk gehören zu den zehn reichsten Menschen auf der Welt. Gemeinsam kommen die drei Männer auf ein Vermögen von 362 Milliarden Dollar, wie aus Berechnungen des „Forbes“-Magazins hervorgeht. Sie haben viele Millionen Follower auf Twitter.

    Sorgen um den US-Wahlkampf

    Bidens Wahlkampfteam war laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person „in Kontakt“ mit Twitter: Das Unternehmen habe das Konto des Demokraten „unmittelbar nach dem Verstoß gesperrt und den zugehörigen Tweet entfernt“.

    Dass es dennoch gelang, Nachrichten im Namen der Prominenten abzusetzen, wirft ernsthafte Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen von Twitter auf – insbesondere weniger als vier Monate vor der US-Präsidentenwahl. Der Account des US-Präsidenten Donald Trump, für den Twitter ein zentraler Kommunikationskanal ist, war am Mittwoch nicht betroffen.

    Unter den betroffenen Politikern sind auffallend viele Demokraten oder andere Persönlichkeiten, die dem liberalen Spektrum zugerechnet werden. Dies legt Vergleiche mit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 nahe. Damals kommen US-Geheimdienste zu dem Schluss, dass Russland in koordinierte Einmischungsversuche in die Wahl durch Beeinflussung von sozialen Medien sowie Hackerangriffen verwickelt gewesen sei.

    Öffentlich zugängliche Datensätze zeigen, dass die mutmaßlichen Betrüger bereits Kryptowährung im Wert von mehr als 100.000 Dollar erbeutet haben. Im Laufe des Tages war etwa die Hälfte der Summe in Bitcoin abgezogen worden. Der Bitcoin-Account, der unter den Fake-Tweets genannt wurde, schien am Mittwoch erstellt worden zu sein.

    Der Vorfall wirft Fragen zur Cybersicherheit von Twitter auf. „Es ist klar, dass das Unternehmen nicht genug unternimmt, um sich selbst zu schützen“, sagte Oren Falkowitz, ehemaliger Vorstandschef von Area 1 Security. Der Bitcoin-Aufruf könnte auch nur zur Ablenkung für einen Angriff auf die gesammelten Kundendaten des Unternehmens gedient haben.

    „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Hacker in die Systeme der Twitter-Anwendung eindringen konnten“, sagte Michael Borohovski, Direktor bei der Sicherheitsfirma Synopsys. Wenn die Hacker Zugriff auf das Back-End oder direkten Datenbankzugriff hätten, hindere sie nichts daran, im Schatten des Tweet-Betrugs zusätzlich auch Daten zu stehlen, erklärte er.

    Twitter hatte die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft, nachdem Unbekannte vor knapp einem Jahr Nachrichten über den Account des Firmenchefs Jack Dorsey verbreitet hatten. Der Dienst erklärte damals, seine Systeme seien nicht gehackt worden, aber eine Sicherheitslücke bei Dorseys Mobilfunk-Anbieter habe das Versenden der Tweets per SMS zugelassen.

    Zuletzt gelang es Ende Januar einer Gruppe, die sich „OurMine“ nennt, auf den Accounts mehrerer amerikanischer Football-Teams zu posten. Man habe damit zeigen wollen, „dass alles hackbar ist“, hieß es damals.

    Mehr: Twitter entfernt erneut Tweet von Trump wegen Urheberrechtsbeschwerde

    • dpa
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