Soziales Netzwerk: Mark Zuckerberg soll zu Instagram-Auswirkungen für Kinder aussagen
Mark Zuckerberg soll persönlich über die Sicherheit von Instagram aussagen.
Foto: dpaWashington. Der Leiter einer US-Senatsuntersuchung zu den Auswirkungen von Instagram auf Kinder hat Facebook-Geschäftsführer Mark Zuckerberg zu einer Aussage vor dem zuständigen Kongressausschuss aufgefordert. Der Senator Richard Blumenthal schrieb einen Brief an Zuckerberg.
„Eltern in ganz Amerika sind zutiefst beunruhigt wegen andauender Berichte, dass Facebook weiß, dass Instagram zerstörerische und bleibende Schäden für viele Teenager und Kinder verursachen kann, vor allem für ihre psychische Gesundheit“, teilte Blumenthal in dem Brief an Zuckerberg vom Mittwoch mit.
„Diese Eltern, und die zwanzig Millionen Teenager, die Ihre App nutzen, haben ein Recht, die Wahrheit über die Sicherheit von Instagram zu erfahren.“ Blumenthal ließ wissen, dass entweder Zuckerberg oder der Chef von Instagram, Adam Mosseri, vor dem Ausschuss aussagen könnte.
Die frühere Facebook-Produktmanagerin Frances Haugen hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Profit vor die Sicherheit zu stellen. Das Unternehmen sei unehrlich über seinen öffentlichen Kampf gegen Hass und Falschinformationen gewesen. Haugen hatte ihre Aussage mit zahlreichen Seiten interner Dokumente gestützt, die sie vor der Aufgabe ihres Jobs bei Facebook heimlich kopiert hatte.
Unterdessen wurde bekannt, dass Haugen in ihrer Auseinandersetzung mit Facebook von einem anderen Tech-Milliardär unterstützt wird, der inzwischen zu einem Kritiker der Branche geworden ist. Unter anderem wickele eine Organisationen des Ebay-Gründers Pierre Omidyar, die Öffentlichkeitsarbeit von Haugen in Europa ab, schrieb die Website „Politico“ am Mittwoch.
Auch in den Nachwehen des Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica wird Facebook-Chef Mark Zuckerberg persönlich von US-Ermittlern ins Visier genommen.
Der Generalstaatsanwalt der Hauptstadt Washington, Karl Racine, fügte Zuckerberg zu seiner bereits 2018 eingereichten Klage gegen Facebook hinzu. Die fortlaufenden Ermittlungen hätten gezeigt, dass der Gründer an Entscheidungen rund um Cambridge Analytica beteiligt gewesen sei, erklärte Racine zur Begründung.
Der Washingtoner Generalstaatsanwalt wirft Facebook in seiner Klage unter anderem vor, Nutzer falsch über die Weitergabe ihrer Daten informiert zu haben. Ein Facebook-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Sie seien sowohl gegen das Unternehmen als auch gegen Zuckerberg unbegründet, sagte er dem „Wall Street Journal“ am Mittwoch.
Im Fall Cambridge Analytica hatte eine Analysefirma Zugriff auf einige Daten von Millionen Facebook-Nutzern gekommen, ohne dass es denen bewusst war. Die Firma hatte eine Umfrage veröffentlicht, an der einige Facebook-Nutzer teilnahmen.
Dank der damaligen Privatsphäre-Einstellungen bekam sie auch Zugang zu einigen Informationen ihrer Facebook-Freunde. Als das bekannt wurde, geriet Facebook unter massive Kritik und gelobte Besserung beim Datenschutz.