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Technikkonzern Sony erwartet Gewinneinbruch – Playstation 5 kommt zum Weihnachtsgeschäft

Videospiele boomen, aber das Geschäft mit Fernsehern und Kinofilmen läuft schlecht. Trotz eines Gewinneinbruchs will Sony auch in der Coronakrise investieren.
13.05.2020 Update: 13.05.2020 - 12:23 Uhr Kommentieren
Der operative Verlust der Elektronik-Sparte stieg um rund die Hälfte auf rund 60 Milliarden Yen (512 Millionen Euro). Quelle: dpa
Sony-Showrrom in Tokio

Der operative Verlust der Elektronik-Sparte stieg um rund die Hälfte auf rund 60 Milliarden Yen (512 Millionen Euro).

(Foto: dpa)

Tokio Sony-Finanzchef Hiroki Totoki hatte an diesem Mittwoch eine gute Nachricht für Videospielfans und Anleger: „Die Vorbereitungen für die Playstation 5 liegen im Plan“, sagte der Vizepräsident des Elektronik- und Unterhaltungskonzerns auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Tokio. Damit wird die Spielkonsole trotz der Auswirkungen der Pandemie voraussichtlich pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen können.

Für Sony ist das eine wichtige Nachricht für das schwierige, seit April laufende Bilanzjahr, für das Totoki einen Gewinneinbruch von mindestens 30 Prozent voraussagt. Videospiele und Konsolen gehören zu den wenigen Gewinnern der Coronakrise, weil sich angesichts der globalen Lockdowns mehr Menschen zu Hause die Zeit vertreiben.

Zwischen Januar und März konnte Sony 50 Prozent mehr Spiele verkaufen als selbst im Weihnachtsquartal. Selbst die in die Jahre gekommene Playstation 4 wird auf einmal wieder zum Hit.

Beobachter sorgten sich allerdings, dass die Corona-bedingten Einschränkungen die Produktion von Sonys neuem Hoffnungsträger verzögern könnten. Tatsächlich gab es bei der Playstation 5 Schwierigkeiten, gestand der Finanzchef ein. Entwickler mussten plötzlich von zu Hause aus arbeiten, internationale Reisen fallen bis auf weiteres aus.

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    Aber inzwischen seien die Arbeitsprozesse auf den neuen Normalzustand im Corona-Zeitalter angepasst. Auch die befürchteten Engpässe in der Lieferkette bleiben offenbar aus. Die Produktion schreite wie geplant voran, sagte Totoki.

    Die schlechte Nachricht: Die positiven Nebenwirkungen der Coronakrise sind zu klein, um den großen Schaden der Pandemie auszugleichen. Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die 2,8 Milliarden Yen (24 Millionen Euro) an zusätzlichen Profiten der Spielesparte von den Corona-Verlusten in Höhe von 72,5 Milliarden Yen (620 Millionen Euro) anderer Sparten überragt.

    Sony verzichtet zwar wie viele Unternehmen wegen der unsicheren Aussichten auf eine genaue Bilanzprognose für 2020, zeigte aber die ungefähre Tiefe des erwarteten Falls auf. Der Konzern geht dabei davon aus, dass im Juni der Höhepunkt der Krise erreicht ist und sich danach die Lage schrittweise bis zum Jahresende normalisiert.

    In diesem Jahr erwartet der Konzern selbst in der Spiele- und Netzwerksparte 25 Prozent weniger Gewinn, wobei allerdings höhere Werbekosten für die neue Playstation 5 eine Rolle spielen könnten. Zudem könnten sich Spiele verzögern.

    Konzern geht gesund in die Krise

    Bei der Musiksparte ist die Spanne noch größer. Einnahmen aus Streamingdiensten legen zwar zu. Dafür sinken die CD-Verkäufe in Märkten wie Deutschland und Japan sowie die Konzerterlöse. Der Gewinn der Filmstudios wiederum könnte sich halbieren, da viele Filmaufnahmen und Neustarts sich verzögern. Finanzchef Totoki glaubt, dass künftig weniger Menschen ins Kino gehen könnten. Die Studios müssten daher vielleicht überlegen, wie sie Filmstarts anders organisieren können.

    Einen Einbruch von mehr als 30 Prozent erwartet Sony auch bei seinen Bildsensoren, bei denen der Konzern Weltmarktführer ist. Denn der Absturz des Kameramarkts wird von den globalen Geschäftsschließungen und der folgenden Wirtschaftskrise noch beschleunigt.

    Gleichzeitig warnte Totoki, dass auch der Smartphone-Markt schrumpfen und sich die Nachfrage von hochpreisigen Produkten hin zur mobilen Mittelklasse verlagern könnte. Beides senkt den Bedarf für Sonys Bildsensoren.

    Am härtesten wird allerdings das Elektronikgeschäft mit Fernsehern und Kameras von der Krise getroffen, für das Sony wenigstens eine Halbierung der Gewinne vorhersagt. Schon 2019 sackte hier der Umsatz um ein Siebtel ab, die Sparte konnte allerdings ihren Gewinn um 15 Prozent auf 750 Millionen erhöhen.

    Immerhin geht Sony gesund in die Krise. Umsatz und Gewinn sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nach dem Rekordjahr 2018/19 zwar um jeweils fünf Prozent auf 8260 Milliarden Yen (71,2 Milliarden Euro) beziehungsweise 846 Milliarden Yen (7,3 Milliarden Euro). Mit einer Gewinnmarge von 10,2 Prozent ist Sony für einen Elektronikhersteller sehr profitabel und hat damit einen finanziellen Puffer, um die Krise zu überstehen.

    Totoki kündigte sogar an, dass der Konzern in die Offensive gehen will: „Wir glauben, dass wir in einer Position sind, in der wir in wichtige Wachstumschancen der Post-Corona-Welt investieren können.“ Kommenden Dienstag will Konzernchef Kenichiro Yoshida erklären, welche strategischen Ziele er für Sony setzt.

    Mehr: Computerspiele boomen in der Krise – doch der Nachschub könnte ausbleiben

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