Tiktok-Übernahme: Satya Nadella plant die teuerste Übernahme seiner Amtszeit – und geht damit voll ins Risiko
Der Microsoft-Chef posiert im firmeneigenen Softwarelabor in Redmond.
Foto: IAN C. BATES/The New York Times//Redux/laifSan Francisco, New York. Als Satya Nadella Ende Juli Microsofts Quartalszahlen vorstellte, war er in seinem Element: Der Chef des zweitwertvollsten Technologiekonzerns der Welt konnte weiter rasantes Wachstum im Cloudgeschäft präsentieren. Microsofts Algorithmen zur Sprachgenerierung würden immer besser, die 2018 übernommene Entwickler-Plattform Github vernetzt mehr und mehr Programmierer unter Microsofts Unternehmenskunden.
Mit seinem Fokus auf die wenig glitzernden Softwareprodukte für Unternehmen fährt Microsoft unter Nadella bestens. Initiativen in heiß umkämpfte Endkonsumentenmärkte wie Smartphones, soziale Netzwerke oder Musikdienste hat der gebürtige Inder zugunsten von Cloud und Künstlicher Intelligenz zurückgefahren, seit er 2014 die Nachfolge seines exaltierten Vorgängers Steve Ballmer angetreten hat. Microsofts Aktie hat ihren Wert seitdem versechsfacht, nach Apple ist Microsoft der wertvollste Tech-Konzern der Welt.
Der Kauf des bei Jugendlichen in den USA und Europa beliebten Dienstes scheint allen Lehren zu widersprechen, die Nadella aus den erfolglosen Ballmer-Jahren gezogen hat. Es könnte die teuerste Übernahme in Nadellas Amtszeit werden, und das in einem Bereich, der mit Microsofts Kerngeschäft wenige Überschneidungen hat.