Instagram: So läuft das Geschäft mit den KI-Models
Düsseldorf. Um die Person zu finden, die ich suche, schreibe ich einer Person, die nicht existiert. Für eine Studentin kommt Lexi Schmidt, 22, viel in der Welt herum. Ihre Fotos auf Instagram zeigen die Münchenerin in den Alpen, auf den Malediven, in Dubai, an Stränden, auf Skipisten, in Swimmingpools. Ihre langen, blonden Haare trägt Lexi meist offen, sie lächelt viel, manchmal vielsagend, trägt Bikinis, Dessous, Sommerkleider, Dirndl. Ihr Dekolleté ist nicht zu übersehen.
75.000 Menschen folgen Lexi Schmidt auf Instagram. Dass sie keine reale Person ist, lässt sich auf den Fotos kaum erkennen. Doch die letzten zwei Buchstaben ihres Instagram-Handles, LexiSchmidtAI, deuten ihre Herkunft an, und in ihrer Kurzbeschreibung steht: „virtual influencer and AI fashion model from Germany“. Kein Fotograf hat Lexi fotografiert. Eine Künstliche Intelligenz und der Mensch, der sie verwendet, haben etwas erzeugt, das nur aussieht wie ein Foto.
Fotos, die gar keine Fotos sind, sondern nur fotorealistische Darstellungen, vor allem von jungen Frauen, fluten Instagram seit Monaten. Nicht nur das durch Künstliche Intelligenz betriebene Tool ChatGPT hat sich durchgesetzt, sondern auch Programme, die wie ChatGPT funktionieren, bloß dass sie statt Texten Bilder auswerfen.