Coronavirus: Wie wahrscheinlich ist eine Infektion im Klassenzimmer? Diese Grafiken zeigen es
Die Schulen sollen so lange wie möglich offen bleiben. Gleichzeitig muss das Infektionsrisiko minimiert werden.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Die Schlagzeilen zu Corona-Fällen in Schulen häufen sich. Derzeit sollen sich laut dem Deutschen Lehrerverband 300.000 der insgesamt elf Millionen Schüler in Quarantäne befinden.
Die Kultusministerien der Länder wollen die Schulen trotzdem weiter offen halten. Eine richtige Entscheidung?
Jedenfalls nicht, wenn man auf sämtliche Schutzmaßnahmen verzichtet und sich gleichzeitig ein Infizierter im Raum befindet. Das zeigt die erste Grafik:
Die Ansteckungsrate ist nach einem Modell von Chemieprofessor José Luis Jiménez von der University of Colorado berechnet worden. Er untersucht seit 20 Jahren die Dynamik von Luftpartikeln und veröffentlichte zusammen mit neun anderen Experten eine Schätzfunktion, in die man sehr genau Daten zu Situationen im Alltag eingeben kann, in denen sich das Coronavirus verbreiten kann.
Das Ganze lässt sich auch mit der Situation im Klassenzimmer durchspielen. Die zweite Grafik zeigt: Verstreicht eine weitere Schulstunde ohne Schutzmaßnahmen, verbreitet sich das Virus immer mehr.
Die Berechnung geht allerdings von älteren Schülern aus und bezieht sich nicht auf Grundschüler. Zahlreiche Untersuchungen weisen darauf hin, das jüngere Kinder weniger ansteckend sind.