Abwassermonitoring: CKM Group startet digitale Erregerüberwachung
Berlin. Das Biotechnologieunternehmen Vermicon und das Laborunternehmen HTS Labs Frankfurt – letzteres ist Tochter der CKM Group – haben den Zuschlag des Umweltbundesamtes für die digitale Erregeranalytik im Abwasser erhalten. Das teilte die CKM Group dem Handelsblatt vorab mit. Im Rahmen des Projekts „Amelag“, kurz für „Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“, prüfen sie künftig an 27 Standorten Abwasserproben auf Viren wie Sars-CoV-2, Influenza und RSV.
Hintergrund ist die neue EU-Kommunalwasserrichtlinie, die Anfang des Jahres in Kraft trat und bis 2027 umgesetzt werden muss. Sie verpflichtet dazu, Krankheitserreger im Abwasser zu überprüfen. Über Stuhl und Urin gelangen Krankheitserreger oder deren genetisches Material in die Kanalisation. Diese Spuren lassen sich analysieren, und zwar oft schon Tage, bevor erste Symptome in der Bevölkerung auftreten. Abwassermonitoring fungiert daher als Frühwarnsystem für Krankheitsausbrüche.
Vermicon bringt jahrzehntelange Erfahrung in der mikrobiologischen Abwasseranalytik ein, HTS Labs ergänzt mit hochautomatisierten Laborprozessen und digitaler Datenintegration. Langfristig, so heißt es in der Mitteilung, könnte die Analytik auch Antibiotikaresistenzen und weitere gesundheitsrelevante Parameter umfassen.