Forschung: Den ältesten Datenspeicher der Welt für digitale Daten nutzen
Berlin. Ein chinesisches Forschungsteam hat eine neuartige Kassette entwickelt, auf der sich digitale Dateien in Form von künstlicher DNA speichern lassen. DNA ist extrem langlebig und kann unter geeigneten Bedingungen – etwa trocken, kühl und lichtgeschützt – Informationen über Tausende Jahre hinweg stabil speichern.
Die Idee der neuen Methode: Digitale Informationen – Texte, Bilder oder Videos – bestehen aus Nullen und Einsen, dem sogenannten Binärcode. Dieser lässt sich in die vier Bausteine der DNA übersetzen: „00“ steht für Adenin (A), „01“ für Cytosin (C), „10“ bedeutet Guanin (G) und „11“ steht für Thymin (T).
Aus einer langen Zahlenschlange entsteht so eine DNA-Sequenz, zum Beispiel wird „01110001“ zu „CTAC“. Das ist dann das „Rezept“ für eine DNA, die im Labor „zusammengerührt“ werden kann.
DNA ist deutlich langlebiger als ein USB-Stick
Forschende konnten beispielsweise noch DNA aus Knochen von Neandertalern oder Mammuts gewinnen, die zehntausende Jahre alt waren. DNA hält deutlich länger als herkömmliche digitale Speichermedien wie Festplatten oder USB-Sticks, die oft nach wenigen Jahrzehnten versagen.